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Kurze Erläuterung zur Angststörung

Angst, Panik Phobie Zwang Merkmal symptome © P I X E L I O / Rita Gäbel

Erläuterung Angststörung – Kurzfassung

Liebe Leser,

in meiner Psychotherapeutischen Praxis arbeite ich natürlich auch mit Patienten mit Angststörungen. Für alle Personen, die sich mit diesem Thema beschäftigen wollen, hier eine kurze Erläuterung. Wer mehr über mich als Person erfahren möchte findet in der Rubrik „Über uns“ eine kurze Vorstellung.

Was ist Angst?

Angst ist eine körperliche, verhaltensmäßige und psychische Erfahrung zugleich. Die körperlichen Reaktionen können sein: Herzrasen (schneller oder unregelmäßiger Herzschlag), Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Kurzatmigkeit, Zittern, Schwindel (unsicherer Gang), Übelkeit, trockener Mund. Die verhaltensmäßige Reaktion der Angst kann sein: Beeinträchtigung der Handlungsfähigkeit, die Fähigkeit sich ausdrücken zu können und die Angst den Alltag nicht bewältigen zu können.

Psychisch gesehen ist die Angst ein subjektiver Spannungszustand mit einhergehendem Unwohlsein. In extremeren Fällen ist es auch das Gefühl sich selbst fremd zu sein, die Angst den Verstand zu verlieren oder sogar Todesangst.

Gerade in der Therapie, müssen diese drei Aspekte der körperlichen, psychischen und verhaltensmäßigen Erfahrungen einbezogen werden und auf diesen Ebenen muss ebenfalls der Heilungsansatz gemacht werden. Die Körperreaktionen, das Vermeidungsverhalten und der innere Monolog im Kopf müssen erkannt und verändert werden.

Angst gibt es in verschiedenen Ausprägungen in der Art der Angst und in der Intensität. Sie können ein leichtes Unwohlsein verspüren oder aber auch unter Todesangst, mit Desorientiertheit und Herzrasen in Form einer Panikattacke, leiden.

Panikattacken – Panikstörung

Panikattacken bzw. Panikanfälle können plötzlich auftreten (quasi aus dem Nichts) ohne offensichtliche Ursache mit intensiven Angst- und Spannungszuständen. Während einer Panikattacke kann es zu folgenden Symptomen kommen: Atemnot (das Gefühl zu ersticken), Schwindel, Schwächegefühl, unsicherer Gang, Zittern, Schüttelfrost, Kloß im Hals, verstärktes Herzklopfen bis zum Herzrasen, Übelkeit oder andere Verdauungsbeschwerden, Hitzewallungen oder Kälteschauer, Engegefühl in der Brust, Muskelverspannungen, Gefühl der Unwirklichkeit (das Gefühl nicht da zu sein – Depersonalisation), Taubheit der Hände und Füße, Angst verrückt zu werden, Angst vor Kontrollverlust, Angst zu sterben.

Die Panikattacke – Panikstörung wird häufig begleitet von einer Erwartungsangst bzw. „Angst vor der Angst“
Sie finden hinsichtlich dem Thema Panikattacken – Panikstörung hilfreiche Tipps im Blog.

Angst vor der Angst

Bezeichnend für die Erwartungsangst ist die große Angst, einen bereits früher schon einmal erlebten Angst- oder Panikanfall nochmals zu bekommen.
Bedingt durch die Erlebnisse während eines Panikanfalls (Atemnot, Herzrasen, Schweißausbrüche, Schwindel, Schwäche, ein heftiges Engegefühl in der Brust) entwickelt der Betroffene eine Angst, diese Situation nochmals erleben zu müssen. Er fühlt sich der Situation bzw. den körperlichen Reaktionen ausgeliefert und verliert das Vertrauen in seinen Körper. Es ist verständlich, dass durch dieses traumatische Erlebnis nicht zum Alltag übergegangen werden kann und dieses Erlebnis im Kopf haften bleibt. Der Betroffene entwickelt eine Angst vor einem nochmaligen, für ihn als lebensbedrohlich wahrgenommenen Anfall.

Wichtig für die Diagnose ist das Ausschließen einer körperlichen Erkrankung.

Phobie

Eine Phobie ist eine Objekt- oder situationsabhängige Angst. Eine Phobie ist mit Vermeidungsverhalten gekoppelt.

Agoraphobie

Früher nannte man die Agoraphobie auch Platzangst. Heute wird dieser Begriff viel weiter gefasst. Sie tritt häufig in Verbindung mit Panikattacken auf. Dies ist eine Angst vor freien Räumen (offenen Plätzen), ein Angst an bestimmten Orten nicht flüchten zu können. Der Situation nicht entfliehen zu können. Die Hilfe vielleicht nicht schnell genug zur Verfügung steht. Ein Gefühl anderen (fremden) Menschen ausgeliefert zu sein oder in der Falle zu sitzen. Orte die vermieden werden können z.B. überfüllte öffentliche Räume (Supermarkt), öffentliche Verkehrsmittel.

Klaustrophobie (Raumangst)

Angst vor geschlossenen Räumen oder engen Räumen. Der Betroffene befürchtet nicht aus dem Raum oder der Situation fliehen zu können bzw. den Raum nicht verlassen zu können. Er fühlt sich so eingeengt, dass er das Gefühl hat zu ersticken bzw. die Kontrolle zu verlieren. Mögliche Orte bzw. Situationen wären: große Veranstaltungen (Sport, Theater, Konzerte), überfüllte Busse oder U-Bahn, Fahrstuhl.
Soziale Phobie

Der Betroffene hat Angst im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen und von anderen Personen kritisch beurteilt zu werden. Es besteht die Angst, durch das eigene Verhalten, von anderen gedemütigt zu werden oder peinliche Reaktionen hervorzurufen. Situationen wie eine Rede vor anderen Menschen oder auch alltägliche Handlungen können entweder nur mit sehr großen Überwindungen bewältigt werden oder sind gar nicht möglich. Diese Angst geht weit über die normal üblichen Unsicherheiten hinaus. Die Betroffenen haben das Gefühl als „dumm“, „schwach“, „ängstlich“ oder auch „verrückt“ angesehen zu werden. Ein sehr starkes Vermeidungsverhalten der stressbesetzten Situation ist hier auch gegeben. Folgende Ängste können hier auftreten: Angst beobachtet zu werden (Arbeit, Freizeit), Angst vor Menschenmengen, Angst vor Prüfungen, Angst vor anderen Menschen rot zu werden, Angst das Getränk zu verschütten (in einem Café), Angst während einer Unterschrift beobachtet zu werden.

Die soziale Phobie wird nur als krankhaft betrachtet, wenn sie das tägliche Leben (Arbeit, soziale Kontakte) behindert oder zu starken Stress führt.

Spezifische Phobien

Eine spezifische Phobie bzw. phobische Störung entspricht einer sehr starken Angst vor ganz bestimmten Objekten oder Situationen. Sie geht mit einer sehr starken Angst und einem Vermeidungsverhalten einher.
Tierphobie

Angst vor Schlangen,
Fledermäusen, Ratten, Bienen, Katzen, Vögeln, Spinnen und vielen anderen Tieren

Höhenangst (Akrophobie)
Angst vor der Höhe.
Mögliche Angstorte: Brücken, Türme, Berggipfeln, Hochhäuser

Angst vor Aufzügen.
Angst der Fahrstuhl könnte defekt sein. Die Technik könnte ausfallen oder die Seile könnten reißen

Angst vor Flugzeugen
Angst das Flugzeug könnte abstürzen, der Druck könnte abfallen, eine Bombe könnte an Bord sein oder auch das Flugzeug könnte entführt werden.

Angst vor dem Arzt oder Zahnarzt
Angst vor einem bestimmten Werkzeug des Arztes oder auch nur der Anblick eines Namens. Die Ausprägungen können ganz unterschiedlich sein. Der Betroffene vermeidet den Besuch des Arztes trotz dringender Notwendigkeit.

Angst vor Blitz und Donner
Der Betroffene kann bereits bei der Ankündigung eines Gewitters erste Angstsymptome zeigen, die sich dann steigern können.

Angst vor Blut bzw. Verletzungen
Die Betroffenen können in Ohnmacht fallen.

Angst vor Krankheiten

Diese Phobie ist die Angst vor der Ansteckung mit einer ganz speziellen Krankheit (z.B. Aids, Krebs). Der Betroffene sucht immer wieder die Bestätigung des Arztes und vermeidet jede Situation die mit dieser Krankheit in Verbindung stehen könnte.

Generalisierte Angststörung

Von einer generalisierten Angststörung wird gesprochen, wenn die Ängste mindestens sechs Monate lang andauern. Diese keine Panikattacke, Phobie oder Zwangsstörung begleitet. Merkmal der generalisierten Angststörung ist, die ständige Sorge, die ständige Angst (den ganzen Tag) in mehreren Bereichen des Lebens. Der Großteil der Zeit wird mit der Sorge/Angst verbracht. Diese Angst entspricht nicht den aktuellen Lebensumständen und die Wahrscheinlichkeit, dass die Situation so eintrifft ist gering. Die generalisierte Angststörung kann begleitet sein mit folgenden Symptomen: Das Gefühl eingesperrt zu sein, sich ständig Sorgen machen, Unruhe (Nervosität), Mundtrockenheit, Zittern, Schwitzen, leichte Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Muskelanspannung, Kopfschmerzen, Schlafstörung.
Die generalisierte Angststörung kann zu Beeinträchtigungen des sozialen und beruflichen Lebensbereichen führen. Die generalisierte Angststörung kann auch mit Grundängsten verbunden sein: Angst vor Kontrollverlust, Versagensangst, Angst vor Zurückweisung, Angst vor Krankheit und Tod, Angst das Leben nicht bewältigen zu können. Erhöhter Leistungsdruck kann die generalisierte Angststörung noch verstärken.

Zwangsstörung – Zwang

Bei einem Zwang besteht ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder der Drang nach bestimmten Handlungen. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten des Zwanges und erlebt auch die Unsinnigkeit.
Zwangsgedanken:

Dem Betroffenen drängen sich Ideen, Gedanken, Impulse oder Bilder auf, die er als sinnlos einschätzt, jedoch nicht aus dem Kopf verdrängen kann. Dazu gehören auch Bilder von der Herdplatte, die noch eingeschaltet ist oder einem Bügeleisen. Aber auch Bilder von Gewalttaten, die der Betroffene selbst gedanklich begeht oder anderen Personen angetan werden. Der Betroffene erkennt die Unsinnigkeit und versucht zu unterdrücken, doch die Gedanken bleiben ohne Unterlass bestehen.

Zwanghaftes Handeln:

Der Betroffene wiederholt stereotype Handlungen, die ihm bei der Angstbewältigung helfen. Durch häufiges Händewaschen, soll die Angst vor ansteckenden Krankheiten oder Schmutz gemildert werden. Dieses Waschen steht jedoch nicht im Verhältnis zur Realität oder der jeweils vorherrschenden Situation. Der Betroffene ist sich der Unsinnigkeit bewusst, kann diesen Drang jedoch nicht unterdrücken. Weitere Zwangshandlungen sind z.B. Zählen, Kontrollieren.

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