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Kurzerläuterung Burnout und Stress

Burnout Burn out Stress Merkmale Symptome © P I X E L I O / Ilona Laufersweiler

Kurzerläuterung von Burnout und Stress.

Liebe Leser,

in meiner Psychotherapeutischen Praxis arbeite ich natürlich auch mit  Burnout-Patienten oder Patienten mit Stressproblematiken. Für alle Personen, die sich mit diesem Thema beschäftigen wollen, hier eine kurze Erläuterung. Wer mehr über mich als Person erfahren möchte findet in der Rubrik „Über uns“ eine kurze Vorstellung.

Was ist Stress?

Stress ist ein natürliches Reaktionsverhalten unseres Körpers auf eine belastende Situation. Evolutionsbiologisch war es notwendig, dass unsere Sinnesorgane Umweltreize wahrnehmen und diese von unserem Gehirn ausgewertet werden. In einer Gefahrensituation werden verschiedene Hormone (Adrenalin, Cortisol) ausgeschüttet, der Blutdruck und der Puls steigen, die Muskeln spannen sich an und die Atmung wird schneller. Unser Körper wird darauf vorbereitet zu kämpfen oder zu flüchten. Diese Prozesse gehen innerhalb von Sekundenbruchteilen von statten.

Positiver Stress (Eustress)

Positiver Stress erhöht die Aufmerksamkeit und die Leistungsbereitschaft eines Menschen. Nach einer Anstrengung das gesteckte Ziel zu erreichen steigert das Selbstbewusstsein und die Motivation eines Menschen. Ein Leben ganz ohne Stress, ohne Termindruck, ist eine schöne Vorstellung, jedoch wären dadurch die Tage mit wenigen Herausforderungen gewürzt. Positiver Stress ist Stress von kurzer Dauer und wirkt stimulierend.

Negativer Stress (Disstress)

Dies ist Stress mit langanhaltender Dauer. Kumulativer Stress (sich ansammelnder Stress) besteht, wenn sich über einen längeren Zeitraum ein Grundpegel an Stress aufgebaut hat, der nichts mit einer derzeitigen belastenden Situation zu tun hat. Kumulativer Stress entsteht durch einen längerfristigen ungelösten seelischen Konflikt oder aus Problemen in einem bestimmten Lebensbereich, wie Partnerschaft, Beruf oder Gesundheit. Sie ziehen zum Beispiel in einem Jahr um, heiraten, bekommen ein Kind, ein naher Familienangehöriger stirbt und sie haben noch einen Autounfall. Sie können durchaus eine oder zwei Situationen verkraften, jedoch bei einer Serie wird es schwieriger. Wenn die Probleme dann länger anhalten und sich diese durch nicht aufgelöste Konflikte noch verstärkten, kann dieser Stress am Ende sogar im Burnout enden.

Stressauswirkungen können sein:

– frühzeitige Hautalterung
– frühzeitiges Ergrauen der Haare
– Beeinträchtigung des Immunsystems
– Bluthochdruck
– Verdauungsprobleme
– Probleme im Magen-und Darmbereich
– chronische Magengeschwüre
– Tinnitus
– Gelenk- und Knochenbeschwerden (Rückenschmerzen)
– Kopfschmerzen
– Reizbarkeit und Nervosität
– Verspannungen
– Durchblutungsstörungen
Schlafstörungen
– Unterleibsbeschwerden (Menstruationsprobleme)
– Nervosität und Reizbarkeit
– Schmerzsyndrome
– allgemeines körperliches Unwohlsein, Müdigkeit und Erschöpfung, sowie Zerschlagenheit.

Burnout

Was ist das Burnout-Syndrom?

Der dauerhafte Stress kann im Burnout enden, jedoch muss auch hier unterschieden werden. Nicht jeder der einen stressigen Tagesablauf hat, muss unter dem Burnout-Syndrom leiden. Ist es Ihnen möglich nach einem anstrengenden Tag abzuschalten und zu entspannen? Haben Sie für sich bereits Lösungswege gefunden um abzuschalten? Oder denken Sie den ganzen Tag an Ihre Probleme und können Sie Nachts nicht mehr schlafen, weil Sie unruhig und eventuell gereizt sind? Können Sie noch Freude in Ihrem Leben empfinden?

Zahlreiche Alarmsignale der Burnout Erkrankung:

Emotionale Erschöpfung: Kennzeichnend ist hier eine zunehmende Antriebslosigkeit, Nicht-Abschalten-Können, gepaart mit Frustration, Schuldgefühlen, Aggressionen und einem schlechten Selbstwertgefühl in allen Lebensbereichen. Eine Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit an der Umwelt ist zunehmenst vorhanden. Durch die fortschreitende Erschöpfung verliert das Leben immer mehr an Sinnhaftigkeit.

Sozialer Rückzug: Soziale Kontakte werden zunehmend als anstrengend empfunden. Anderen Menschen wird nur noch widerwillig begegnet. Die eigene Selbstbehauptung nimmt im Laufe der Zeit ab. Familiäre und berufliche Probleme treten vermehrt auf und verstärken noch zusätzlich das Gefühl der Einsamkeit und des Ausgeliefertseins.

Körperliche Erschöpfung: Anzeichen sind Müdigkeit, ein geschwächtes Immunsystem, Muskelverspannungen, Schlafstörungen, Ohrengeräusche (Tinnitus), Kopfschmerzen, Rücken-und Gliederschmerzen, Herz-und Kreislaufbeschwerden und Schweißausbrüche.

Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit: Das Konzentrations- und Erinnerungsvermögen verschlechtert sich im Verlauf der Burnout-Erkrankung. Ebenso die Kreativität, das logische Denken und das Erfassen von Situationen sind sehr stark beeinträchtigt.
Stufen des Burnout:

 
 
lt. Herbert Freudenberger:

Es beginnt meist mit einem überhöhten Einsatz aus dem Wunsch heraus sich zu beweisen, sehr oft finden wir das bei BerufsanfängerInnen, aber genauso bei Eltern, die ihr erstes Baby bekommen haben und alles richtig machen wollen.

Die nächste Stufe ist die Vernachlässigung eigener Wünsche, Sozialkontakte werden zuerst eingeschränkt, dann ganz abgebrochen, man hat ja keine Zeit dafür. Sie vernachlässigen sich äußerlich, sie haben keine Zeit mehr für Friseur und Körperpflege. Auf erste Reaktionen des Körpers wird nicht mehr eingegangen, “krank sein ist nicht drin”, die Erkältung wird mit Medikamenten unterdrückt, das Nicht-Schlafen-Können mit Schlaftabletten und morgens mit Aufputschmitteln.

Die nächste Phase ist die Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen. Sie wundern sich, warum die Erkältung seit Wochen nicht besser wird, an der Müdigkeit ist die falsche Matratze und an den Kopfschmerzen das Wetter schuld. Das Nicht-Anerkennen ihrer Bedürfnisse äußert sich in Sätzen wie “Ich muss nur noch 2 Monate durchhalten, dann wird alles besser.” “Ich brauche keinen Urlaub” “Mit der Zeit spielt sich das schon ein.”

In der nächsten Phase erfolgt das Umdeuten von Werten: die angenehmen Seiten ihres Lebens verschwinden völlig aus ihrem Blickwinkel. Die Angst die mühsam erkämpfte Position in der Firma oder das Ansehen im Freundeskreis zu verlieren nimmt eine Dimension ein, bei der es um Leben und Tod geht. Jeder, der etwas von ihnen will oder braucht, wird als Belastung erlebt. Viele äußern in dieser Phase den Satz “Ich kenne mich selbst nicht mehr.”

Es folgt die Verstärkte Verleugnung der aufgetretenen Probleme. Sie empfinden und fühlen nichts mehr bei an sich angenehmen Dingen, den kleinen Freuden des Lebens. Sie verleugnen alles außerhalb ihres Zwanges und unbewusst wächst die Wut in ihnen, weil sie selbst in der Erfüllung der Wünsche aller anderen zu kurz gekommen sind. Intoleranz ist ein Hauptsyndrom in diesem Stadium. Aus der Tatsache, dass sie mit Rückzug oder Aggression reagieren, zieht sich auch ihr soziales Umfeld zurück. Sie sind nun glücklich – oder nicht? –

In Phase 7, dem Rückzug angekommen. Ein Gefühl der der Hoffnungslosigkeit, macht sich breit. Sie sind nur mehr zynisch und sehen sich selbst “wie von außen” zu. Ihr Urteilsvermögen nimmt ab, sie können nicht mehr unterscheiden wer es gut mit ihnen meint und wer nicht. Beobachtbare Verhaltensänderungen sind die Folge. Sie springen bei Unterhaltungen von einem Thema zum anderen, zünden eine Zigarette nach der anderen an, die jedoch alle im Aschenbecher verglühen, ihre Sprache wird aggressiver.

Auf Stufe 9 eines Burnouts, der Depersonalisation (Verlust des Gefühls für die eigene Persönlichkeit) sind ihnen Logik und Verstand abhanden gekommen, ein typisches Symptom dafür ist die völlige Selbstverleugnung und Ablehnung des eigenen Körpers. Die anderen existieren für sie nicht mehr, sie selbst aber auch nicht. Es folgen Innere Leere, gekennzeichnet durch das Gefühl ausgelaugt zu sein, Panikattacken, Phobien, z. B. Platzangst, Angst vor das Haus zu gehen. Symptomatisch für die Vorletzte Phase ist die Depression, der Wunsch nach ständigem Schlaf, sie wollen nur noch weg aus dem Hier und Jetzt.

Und in Phase 12, der völligen Burnout-Erschöpfung geht gar nichts mehr.

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