Einschlafgeschichte – Ruby die kleine Spinne hat große Angst

Ruby und die Raupe Rumedum

Einschlafgeschichte mit Rumedum und der Spinne Ruby

Hallo Ihr Lieben,

in dieser Einschlafgeschichte erzähle ich Euch von der kleinen Spinne Ruby, die sich vor großer Höhe fürchtet. Die Raupe Rumedum will nach dem Winterschlaf mit ihr für die Spinnenprüfung üben und stellt fest, dass Ruby ein Problem hat. Ihr Bienenfreund Harry und Rumedum helfen dem Spinnenkind diese Angst zu überwinden.

Du findest eine weitere Gutenachtgeschichte Rumedum-Geschichte: „Rumedum will hoch hinaus“, hier.

Einschlafgeschichte – Ruby die kleine Spinne

An einem schönen sonnigen Tag beschloss die Raupe Rumedum alle seine Freunde zu besuchen. Der Winter war gerade erst vorbei und viele krochen langsam aus ihren Höhlen oder erwachten jetzt aus ihrem tiefen Winterschlaf. Rumedum hatte sich über den Winter in ein schönes großes Blatt gerollt, dass in einer warmen Wurzelhöhle lag.

So ein Winter im Rumedum-Land dauert nicht lange. Meistens ist er nach drei eisig-kalten Wochen schon vorbei und die ersten Schneeglöckchen begrüßen die verschlafenen Bewohner beim Aufwachen.

Rumedum gähnte und steckte sich. Er strich über seinen Haarschopf und wusch sich das Gesicht. Ja, etwas Sauberkeit musste schon sein, er wollte ja hübsch aussehen. Er schnappte sich einen kleinen Rucksack, packte noch ein paar Knabbereien und etwas zu trinken ein und schon ging es los.

Der Weg zu seiner Spinnenfreundin Ruby war nicht weit. Die Sonne schien bereits hoch vom Himmel und schickte ihm ihre wärmenden Frühlingsstrahlen. Vielfältiges Vogelgezwitscher war überall zu hören und ein sanfter Wind wehte über die saftig-grünen Gräser und ersten Blümchen. Der Weg führte ihn am Igelbau vorbei. Die Eltern der Familie Igel grüßten ihn verschlafen und rieben sich ihre kleinen Knopfaugen. Die zwei Igeljungen spielten bereits wild auf dem Weg Fangen, was ziemlich drollig aussah, wenn der eine den anderen anstupste und sie dann zu stacheligen Kugeln zusammengerollt über den Boden kullerten. Mama Igel hatte letztes Jahr um den Bau herum lauter bunte Windräder aufgestellt, die sich jetzt mit jedem Windstoß drehten und quietschende Geräusche von sich gaben.

An der nächsten Weggabelung befand sich der riesige Ameisenhügel. Die meisten Ameisen übten bereits die schwierigen Frühjahrsmärsche. Sie standen in Reih und Glied und marschierten fröhlich singend um den Hügel herum. Andere trugen schon frische Früchte und Baumaterial in den Hügel. Die Ameisenkönigin schaute dem Treiben oben von der Spitze des Hügels streng zu und gab Befehle. Als sie Rumedum sah, winkte sie ihm lächelnd zu. Rumedum war überall bekannt und beliebt.

Rumedum kroch wieder seines Weges und sah von weitem einen Bienenschwarm. Dieser kam ihm mit lautem Brummen direkt entgegen. Er musste sogar den Kopf einziehen, als sie sehr knapp an ihm vorbei flogen. Sie hatten es anscheinend mal wieder sehr eilig. Sie mussten ja rechtzeitig Nektar beschaffen, um die frischgeschlüpften Larven zu füttern. Da war wenig Zeit einen alten Freund zu begrüßen. Ein Summen näherte sich Rumedum und siehe da, ein kleiner Nachzügler flog eifrig hinter der Gruppe her. Er rief noch schnell ein hastiges „Hallo“ und schon war er wieder weg. Rumedum musste leicht schmunzeln. „Typisch Bienen“, dachte er sich.

Nur noch wenige Kriecher und er war am Ziel: einem großen knochigen Baum, der eine ganz raue Rinde und viele kleine Zweige hatte, die in allen erdenklichen Richtungen verschwanden. Zwischen den Rissen der Rinde und den Zweigen spannten sich viele kleine und auch große Spinnweben. Hier wohnten die Spinnen der Wiese. Zum Glück mochte diese Spinnenart keine Raupen, sodass Rumedum nichts zu befürchten hatte. Er kannte seine Freundin Ruby schon seit er auf der Welt war und sie gingen auch gemeinsam in die Wiesenschule. Rumedum freute sich riesig die kleine Spinne wieder zu sehen.

Am Baum angelangt holte et tief Luft und rief er ganz laut: „Ruby, hallo Ruby! Bist du Zuhause?“ Ein kleine rote Spinne seilte sich geschwind aus einem Spinnennetz und plumpste vor ihm auf den Boden. „Ups“ rief sie. „Das war dann doch etwas schneller als gedacht“, kicherte sie. Ruby war etwas ungewöhnlich für eine Spinne. Wenn ein Missgeschick passierte, dann war Ruby nicht weit. Sie war schon dreimal durch die Spinnenprüfung gefallen. Rumedum hatte ihr versprochen, gleich nach dem Winterschlaf bei ihr vorbeizuschauen und ihr beim Üben zu helfen. Er beobachtete sie und gab ihr Tipps, wie sie sich am besten von einem Ast zum anderen abseilt. Das hört sich gar nicht so schwierig an, aber Ruby plumpste meistens doch auf den Boden. Wenn dann einmal etwas Wind aufkam, dann hing sie am Ende sogar in ihrem eigenen Netz. Ihre Eltern schüttelten meistens verzweifelt den Kopf und konnten es kaum fassen, dass ihre kleine Tochter so tollpatschig war. Rumedum ist aber ein wahrer Freund und lachte sie niemals aus. Es gab auch in seinem Leben Dinge, die er zunächst einfach nicht hinbekam. Aber da er niemals aufgab, hatte er die Probleme am Ende doch noch gelöst.

Ruby und Rumedum machten sich auf den Weg zu einem kleinen Baum in der Nähe. Er war zum Üben gut geeignet, da es dort nicht ganz so anstrengend war. Das Problem bei dem Übungsbaum war jedoch, dass er an einer Pfütze stand. Rumedum war ein sehr guter Schwimmer und es machte ihm auch viel Spaß im Wasser zu planschen … Ruby leider nicht.

Die Spinne kletterte geschwind auf den Baum und fing an ein kleines Netz zwischen den Ästen direkt über der Pfütze zu weben, damit sie bei einem Sturz nicht ins Wasser fallen kann.

Rumedum kletterte am Baumstamm hoch und forderte seine Freundin auf ihm zu folgen. Es ging immer höher und höher und Ruby wurde es schon ganz mulmig. An einem hohen Ast angekommen, sagte Rumedum: „So, Ruby, jetzt bindest du deinen Faden um den Ast und lässt dich gaaaaanz laaaaangsam nach unten gleiten.“ Ruby nickte ängstlich, aber sie wollte es ja auch lernen. Sie band ihren Faden um den Ast und sprang. „Nein, Ruby, ich sagte doch langsam!“
Ruby schaute etwas schuldbewusst nach oben, zu Rumedum. „Oh, dass hab ich irgendwie nicht mitbekommen.“ Also krabbelte Ruby wieder zu Rumedum hinauf, band ihren Faden fest und bevor er noch etwas sagen konnte, sprang sie wieder. Rumedum war schon fast am verzweifeln – er konnte einfach nicht verstehen, warum seine Freundin das tat, anstatt von Anfang an langsam zu machen.

„Also gut, jetzt sag mal, warum springst du immer, statt dich langsam abzuseilen?“, fragte Rumedum. „Außerdem machst du dabei immer die Augen zu.“ Ruby schaute etwas zur Seite und brummte vor sich her: „Weil ich eigentlich Angst habe“. „Wie? Du hast Angst? Als Spinne?“ „Ja doch, ich habe – glaube ich – Höhenangst und wenn ich die Augen schließe und schnell springe, ist es auch schnell wieder vorbei. Du weißt schon, das mit dem Springen aus großer Höhe.“ Rumedum war völlig verdattert und konnte die Welt nicht mehr verstehen. Eine Spinne die Höhenangst hat. Sowas aber auch. Er dachte darüber nach, wie es wohl sei, wenn man ständig Angst vor etwas hätte. Für ihn war der Gedanke total schrecklich und er machte sich große Sorgen um seine Freundin.

„Na komm, wir gehen eine Runde spazieren und um die Ecke bei den Bienen gibt es, glaube ich, noch etwas Süßes zum Naschen. Vielleicht geben sie uns etwas ab.“ Gesagt, getan und ruckzuck waren sie wieder auf dem Weg und folgten dem Summen der Bienen. Der Bienenstock befand sich an einem großen blühenden Baum, der von hunderten von Bienen umschwirrt wurde. Einige Bienen winkten ihnen zu und ihr Bienenfreund Harry kam auch recht schnell angebraust. „Na, was macht ihr denn hier? Wollt ihr mit mir Spielen?“ „Klar! Wenn du Zeit hast“, riefen Rumedum und Ruby.

„Sag mal Harry, hättest du vielleicht etwas zum Naschen für uns?“ Harry grinste über beide Backen und rief noch während er wegflog: „Wartet, ich komme gleich wieder.“ Nach ein paar Minuten kam er mit kleinen Honigwaben, die einen schon beim Ansehen das Wasser im Mund zusammen laufen ließen, beladen zurück. „Kommt, lasst uns zum Waldspielplatz gehen“, schlug er freudig vor. Die kleine Gruppe lief lachend zum Wald und tauschten dabei die neuesten und spannendsten Erlebnisse aus. Harry war ganz verwundert, dass Ruby sich vor der Höhe fürchtet und dachte über eine Lösung nach, während sie den süßen Honig auf dem Spielplatz naschten.

Nach längerem Grübeln sagte Harry: „Meine alte Lehrerin, Fräulein Brumm, hat mir auch geholfen mit dem Fliegen. Ich war der letzte der Bienenjungen, der noch nicht fliegen konnte. Ich hatte die gleiche Angst wie du. Ruby, was hältst du davon, wenn wir zunächst mit kleinen Höhen anfangen? Wir treffen uns morgen früh und üben mit dir.“

So trafen sich die drei Freunde am nächsten Morgen auf dem Waldspielplatz und übten zunächst das Abseilen von einem Stein mit geöffneten Augen, dann von einem Baumstumpf und anschließend von einem kleinen Baum. Ruby war am Anfang sehr ängstlich, da aber ihre Freunde immer bei ihr waren und sie aufmunterten, traute sie sich immer mehr zu.

„Lass uns jetzt zu deinem Übungsbaum gehen, Ruby“, sagte Harry. „Du seilst dich von einem niedrigen Ast ab und dann gehen wir immer höher und höher.“ Ruby schaute noch etwas ängstlich, aber sie fühlte sich schon viel mutiger.

Die kleine Gruppe machte sich nun auf zum Übungsbaum. Unten angelangt kletterten sie auf den ersten Ast, Ruby atmete tief ein und aus und stellte sich in Gedanken vor, wie sie freudestrahlend langsam zu Boden gleitet und ihre Freunde sich für sie freuen würden. Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und seilte sich Stück für Stück hinunter.

„Hey Ruby, du machst das super!“, rief Rumedum. Am Boden angelangt, freute sie sich und machte kleine Luftsprünge. Ihre Freunde klopften ihr anerkennend auf die Schulter. Nun war sie bereit sich auch von hohen Ästen abzuseilen und hatte diesmal die besten Chancen die Spinnenprüfung zu bestehen.

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