Lasse, die kleine Waldameise wehrt sich – Mutmachgeschichte für Kinder

Mutmachgeschichte - Gemeinsam sind wir stark

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Mutmachgeschichte für Kinder

Mutmachgeschichte mit den Ameisen Kalle und Lasse

Hallo Ihr Lieben,

diese Geschichte habe ich geschrieben, um Kindern Mut zu machen. Kindern die eventuell in der Schule immer den Kürzeren ziehen. Natürlich könnt ihr die Mutmachgeschichte auch einfach nur so vorlesen oder lesen lassen.

Hierbei handelt es sich um die kleine Waldameise Lasse, die immer von den großen roten Ameisen geärgert wird. Sie bekommt Hilfe von Ruby der kleinen Spinne und von dem Selbstverteigungstrainer einer anderen Ameisenart Kalle. Er hilft Lasse selbstbewusster zu werden und gemeinsam mit seinen Freunden sich den Übeltätern zu stellen.

Die Betonung bei dieser Geschichte liegt natürlich darauf, dass Gewalt keine Lösung ist und zunächst Worte gewählt werden sollten. Durch das gemeinschaftliche Auftreten werden die Roten eingeschüchtert und somit ist Lasse damit auch geholfen worden.

Meine Tochter trainiert selbst in Schwaig Krav Maga Kampfsport bei Kalle (Kodex Schwaig). Da meine Tochter so begeistert von dem Training ist, dachte ich mir, ich schreibe eine Geschichte über Kalle und Selbstverteidigung. (Nennung des Namens ohne Auftrag und Bezahlung).

Lasse, die kleine Waldameise wehrt sich - Mutmachgeschichte für Kinder

Ruby die kleine Spinne hängt gähnend in ihrem Spinnennetz und lässt es sich so richtig gut gehen. Die Sonne scheint ihr gerade mollig warm auf den Bauch und dazu weht noch ein leichter Wind, der das Spinnennetz leicht hin und her schwingen lässt. Herrlich, einfach herrlich, denkt sich Ruby. So könnte das Leben einfach immer sein. Sie schlummert noch etwas in ihrem Netz, bis sie ein lautes Krachen und Geschrei hört. Was ist denn jetzt los, fragt sie sich leicht verärgert. Wer stört mich hier gerade?

Ruby seilt sich langsam von ihrem Spinnennetz ab und begibt sich auf die Suche. Es ist auch gar kein Problem, den Störenfried zu finden. Besser gesagt, die Störenfriede. Es ist eine Bande roter Ameisen, die eine kleine schwarze Ameise drangsalieren. Die Gruppe roter Ameisen steht im Kreis und schubst die kleine schwarze von einem zum andern. Zusätzlich machen sie sich auch noch über sie lustig, wie: „Du Winzling“- „Schwächling“ - „Milchbubi“ und vieles andere mehr. Die kleine Ameise weint und versucht sich irgendwie zu wehren, sie hat aber überhaupt keine Chance gegen die großen anzukommen. Ruby beobachtet das Geschehen kurze Zeit und dann geht sie zu den Ameisen hin. „Hey Jungs, lass den Kleinen in Ruhe! Was soll das hier eigentlich hier, habt ihr es wirklich nötig einen viel kleineren zu mobben? Euer Selbstbewusstsein muss ja wirklich mickrig sein, dass ihr sowas nötig habt. Sucht euch doch einen in eurer Größe!“ Die roten Ameisen schauen zunächst verdutzt und dann lachen sie schallend los. „Was willst du denn? Hat dich irgendjemand gerufen? Halt dich da raus!“ Ruby und die roten Ameisen streiten sich eine Zeit lang. Es ist wirklich ein heftiges Wortgefecht und Ruby steht mit ihren acht Beinen und zornigen Augen schon fast aufrecht, sodass sich die Roten nicht sicher sind, ob sie sich wirklich mit ihr anlegen wollen. Sie scheint ein durchaus würdiger Gegner zu sein. In der Zeit als beide Parteien sich ein Wortstreit liefern, flüchtet die kleine schwarze Ameise klammheimlich. Ganz ganz vorsichtig geht sie einen Schritt nach dem anderen rückwärts, bis sie aus dem Blickfeld der Roten verschwunden ist.

Uffzzz, nach einiger Zeit hat sie es geschafft und verschwindet im Dickicht einiger Blumen und Gräser. Nun kann sie Ruby und die Ameisen in einem geschützten Bereich beobachten. Der Wortwechsel dauert noch einige Zeit an, bis sich die roten Ameisen zurückziehen. Sie wollten nichts riskieren, da sie sich nicht sicher waren, ob Ruby gefährlicher war als sie selbst.

Als die Ameisen weg waren, schaute sich Ruby um und konnte ihren Schützling einfach nicht mehr entdecken. Komisch, dachte sie sich, aber sie war auch erleichtert, dass es dem Kleinen gelungen war zu flüchten. „Na, dann kann ich ja weiter entspannen“, murmelte Ruby vor sich her und machte sich wieder auf den Weg zu ihrem Netz.

Es war bereits später Nachmittag und die Sonne beschien immer noch ihr Netz. Ruby kuschelte sich so richtig ein und spürte die warmen Sonnenstrahlen. Sie seufzte und schlummerte gerade wieder weg, als sie ein leises „Hallo“ hörte. Sie ignorierte es, da sie annahm, sich verhört zu haben. Dann hörte sie etwas lauter: „Hallo du“ Ruby öffnete ein Auge nach dem anderen. Bis ihre acht Augen die kleine schwarze Ameise auf einem Ast entdeckte. Die Ameise lächelte sie freundlich an und sagte: „Danke fürs Helfen. Ich weiß nicht, wie lange sie mich noch gequält hätten. Die sind einfach zu stark. Ich heiße übrigens Lasius Niger, aber alle nennen mich Lasse.“ „Hallo Lasse, schön dich kennenzulernen. Ich helfe gern. Diese roten Ameisen waren ja auch wirklich gemein. Erstens sind sie viel größer als du und zweitens waren es einfach zu viele.“ Lasse nickt und schaut traurig zum Boden. „Die fangen mich jeden Tag ab, egal welchen Weg ich gehe, sie finden mich immer und dann schubsen und beleidigen sie mich. Irgendwie haben sie es auf mich abgesehen.“ „Mh, das ist wirklich ein ziemlich großes Problem und hast du schon mit deinen Freunden und deiner Familie gesprochen?“, fragt Ruby. Traurig stammelt Lasse: „Na ja, meine Eltern sind zu beschäftigt und ich habe leider keine Freunde, die mir helfen könnten. Wir sind alle viel kleiner als die Roten und meine Freunde trauen sich auch nicht, sich gegen sie zu stellen.“

Ruby grübelt still vor sich her und schaut Lasse nachdenklich an. Es muss doch irgendwie eine Lösung geben, denkt sie. „Ist ja auch egal, danke dir nochmal. Ich muss jetzt nach Hause“, sagt Lasse geknickt und grabbelt langsam den Ast hinunter. Während Lasse langsam den Baum verlässt, kommt Ruby blitzartig eine Idee: „Halt! Warte mal! Ich weiß die Lösung! Ich habe da einen Freund, der heißt Kalle. Er ist auch eine Ameise und der lebt hier ganz in der Nähe. Kalle, trainiert sein Ameisenvolk. Er ist sowas wie ein Fitnesstrainer und auch ein Trainer für Selbstverteidigung. Wenn du magst, kann ich ihn mal fragen, ob er sich mit dir treffen möchte. Vielleicht hat er ja einen Rat oder sogar einen Plan für dich, wie du dich wehren kannst.“ Lasse schaut zuerst etwas irritiert und dann sagt er zögerlich: „Ja, warum nicht, schlimmer kann es ja nicht werden und du meinst, dass sich dieser Kalle, wirklich mit mir treffen möchte?“ „Ja bestimmt, er hilft immer gern“, meint Ruby.

Gesagt getan und Ruby besuchte am nächsten Tag Kalle in seinem Ameisenhaufen. Der war wie immer am Trainieren und motivierte andere Ameisen dazu, kleine Äste zu überspringen und Liegestützen zu machen. Ruby kam der Gedanke, dass das bestimmt nichts für sie wäre, dazu wäre sie einfach zu faul. Aber seltsamerweise schienen diese Ameisen tatsächlich Spaß daran zu haben. So manch einer hatte zwar einen roten Kopf und schwitzte den Ameisenpanzer voll, aber trotzdem lächelten sie. Komisches Volk, aber wir Spinnen trainieren eben gern das Entspannen und das ist auch gut so.

Sie schilderte Kalle das Problem und er nickte verständnisvoll. „Ja, dieser Haufen roter Ameisen kenne ich auch. Die haben uns auch schon einmal Probleme gemacht, aber jetzt ist Ruhe und wir gehen uns aus dem Weg.“ „Und wie habt ihr das gelöst?“, wollte Ruby wissen. „Na ja, wir waren eine Gruppe und voll durchtrainiert. Wir haben uns ihnen voller Selbstbewusstsein entgegengestellt. Du musst eines wissen, die sind nicht die Schlausten. Du musst ihnen aber begreiflich machst, dass du dich nicht einschüchtern lässt und dann auch noch in einer Gruppe auftrittst. Sie bekommen dann die Hosen voll und schleichen sich. Schick mir doch deinen neuen Freund Lasse und seine Freunde vorbei. Ich werde sie trainieren und auch daran arbeiten, dass sie gemeinsam und selbstbewusster auftreten. So können wir das Problem bestimmt bald lösen.“ Ruby umarmte ihren Freund und machte sie gleich auf den Weg zu Lasse.

„Meinst du wirklich Kalle, will mir helfen? Einfach so?“ fragte Lasse Ruby, als sie ihm die Neuigkeiten überbracht hatte. „Ja klar, Kalle hilft immer gerne und ich denke diese Roten mag er auch nicht. Du sollst mit deinen Freunden vorbeikommen und mit ihm trainieren.“

Lasse machte sich nach dem Gespräch gleich auf den Weg zu seinen Freunden. Bei den Ameisen ist das immer so eine Sache. Was für uns ein Freund ist, sind für so eine Ameise manchmal ganz viele, sprich ein ganzer Ameisenhaufen. Lasse rief all seine Freunde zusammen und schilderte das Problem. Die kleinen schwarzen Ameisen waren sich hier absolut einig. Eine Lösung musste her und alle kannten auch das Problem mit den Roten. Der eine oder andere wurde täglich von ihnen auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule abgefangen und drangsaliert. Das war alles andere als schön und so gesehen, hatten die Roten wirklich viel zu tun. Die Ameisen beschlossen, das Angebot von Kalle anzunehmen und schon gleich am nächsten Tag mit dem Training zu beginnen.

Am frühen Morgen, die Sonne stand noch nicht hoch am Himmel, die Blumen waren noch voller Tau, machte sich der gesamte Ameisenhaufen der schwarzen Waldameisen auf den Weg zu Kalle. Gemeinschaftlich marschierten sie in Reih und Glied zu seinem Ameisenhaufen. Die Wächterameisen sahen schon von Weitem einen riesigen Stamm kleiner Waldameisen auf sich zu marschieren und gingen schon in Stellung, weil sie dachten, dass die kleinen sie jetzt herausfordern wollten. Lasse marschiert an der Spitze und rief, dass sie aus friedlichen Absichten hier wären und mit Kalle sprechen wollten. Sie schwenkten zusätzlich noch eine weiße Fahne. Kalle war völlig überrascht und hatte die Vorahnung, dass sein Angebot wohl von allen angenommen worden war. Ihm wurde schon ganz flau im Magen und wusste nicht so recht, ob er sich jetzt freuen oder doch lieber wegrennen sollte. Er traf sich mit Lasse auf einem freien Platz und der erklärte freudestrahlend: „Hallo, ich bin Lasse und Ruby sagte mir, dass du uns helfen möchtest. Wir alle haben das gleiche Problem und wir dachten, dass wir uns dem Problem auch alle zusammen stellen sollten. Ich hoffe, das ist okay für dich? Das ist total nett von dir“. Lasse umarmte Kalle nochmals zur Bestätigung und da blieb Kalle nichts anderes übrig, als alle zu trainieren.

Kalle, war zum Glück ziemlich schlau und löste das Problem mit der großen Anzahl, in dem er Gruppen formierte und jede Gruppe eine Trainingseinheit bildete. Er brachte ihnen bei, dass das A und O bei einer Selbstverteidigung nicht die Gewalt ist, sondern das Selbstvertrauen. Je selbstbewusster man seinem Gegenüber entgegentritt, desto weniger kommt es zu Handgreiflichkeiten. Manchmal helfen auch Worte, um den Anderen zu Verunsichern. Er brachte ihnen bei schlagfertig auf die Worte zu reagieren und auch abzulenken. Natürlich zeigte er ihnen auch Griffe und Tritte um seinen Gegner außer Gefecht zu setzen, damit man schnell flüchten könnte oder um ihn einzuschüchtern. Aber Kalle betonte bei seinem Training immer, dass es wichtiger sei, die anderen Ameisen zunächst mit Worten zu entwaffnen.

Sie trainierten jeden Tag fast 3 Wochen lang und übten auch, in dem sie Gruppe für Gruppe gegeneinander antraten. Dann kam der große Tag und eine größere Gruppe der kleinen Waldameisen angeführt von Kalle, machte sich auf den Weg, um die großen roten Ameisen zu finden. Das war überhaupt kein Problem, da sie sowieso schon immer auf den Ameisenwegen herumlungerten. Lasse ging voraus und als sie Lasse sahen, war er schon recht bald umzingelt. „Hey Kleiner, wo ist denn deine Mama? Du bist doch viel zu klein, um keine Windeln mehr zu tragen“ Sie fingen gleich wieder mit dem üblichen Mobbing an und schubsten Lasse in der Gegend herum. Lasse schaute nur ganz ruhig und sagte: „Ich möchte, dass ihr jetzt aufhört und ich würde mir jetzt ganz genau überlegen, ob ihr in Zukunft so weitermacht. Ansonsten könnte es ziemlich übel für euch werden.“ Die roten Ameisen schauten zunächst verdutzt und lachten schallend laut: „Es ist nicht zu fassen, dieser Winzling will uns drohen!“. Sie fingen gleich wieder mit dem Schubsen an und Lasse stieß einen lauten Pfiff aus und ruck zuck waren sie von einer großen Gruppe der kleineren Ameisen umzingelt, die ziemlich finster drein schaute. Die Anderen guckten um sich und wussten zunächst nicht, wie sie damit umgehen sollten. Die kleinen Waldameisen rückten immer näher und näher und am Ende standen die Roten dicht gedrängt in einem Kreis, umringt von den kleineren. „Na, wo ist jetzt eure große Klappe? Sonst seid ihr doch auch nicht so schweigsam!“ Lasse grinste übers ganze Gesicht und sagte auch noch: „Wenn ihr uns in Zukunft nicht in Ruhe lasst, dann kommen wir alle wieder und dann setzt es was. Wir sind eine große Gruppe und wir trainieren schon seit Wochen Selbstverteidigung. Auch wenn ihr nur einen von uns weiterhin mobbt, dann kommen wir alle und dann werdet ihr uns von einer ganz anderen Seite kennenlernen.“

Die Waldameisen bildeten eine kleine Gasse, damit die Roten mit eingezogenen Kopf zu ihrem Ameisenhaufen abziehen konnten. Seit diesem Datum halfen sich die kleinen Waldameisen bei allen Dingen immer gemeinschaftlich und keine der Anderen hat jemals den Versuch gewagt, sie anzugreifen.

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