Einschlafgeschichte – Ruby die kleine Spinne hat große Angst – 10 Minuten

Inhalt: In dieser Einschlafgeschichte erzähle ich euch von der kleinen Spinne Ruby, die sich vor großer Höhe fürchtet. Die Raupe Rumedum will nach dem Winterschlaf mit ihr für die Spinnenprüfung üben und stellt fest, dass Ruby ein Problem hat. Ihr Bienenfreund Harry und Rumedum helfen dem Spinnenkind diese Angst zu überwinden.

Tipp: Du findest eine weitere Einschlafgeschichte mit den Tierfreunden auf unserem Blog: „Rumedum will hoch hinaus“.
Vorlesedauer der Einschlafgeschichte: 10 Minuten
Altersgruppe: 5 bis 10 Jahre.
Thema: Angst

Schlafgeschichte für Kinder mit der kleinen Raupe Rumedum und seiner Freundin Ruby

Einschlafgeschichte - Ruby und ihre Freunde

An einem schönen, sonnigen Tag beschloss die Raupe Rumedum, alle seine Freunde zu besuchen. Der Winter war gerade erst vorbei, und viele krochen langsam aus ihren Höhlen oder erwachten jetzt aus ihrem tiefen Winterschlaf. Rumedum hatte sich über den Winter in ein schönes, großes Blatt gerollt, das in einer warmen Wurzelhöhle lag.

So ein Winter im Rumedum-Land dauert nicht lange. Meistens ist er nach drei eisig-kalten Wochen schon vorbei, und die ersten Schneeglöckchen begrüßen die verschlafenen Bewohner beim Aufwachen.

Rumedum gähnte und reckte sich. Er strich über seinen Haarschopf und wusch sich das Gesicht. Ja, etwas Sauberkeit musste schon sein, er wollte ja hübsch aussehen. Er schnappte sich einen kleinen Rucksack, packte noch ein paar Knabbereien und etwas zu trinken ein, und schon ging es los.

Der Weg zu seiner Spinnenfreundin Ruby war nicht weit. Die Sonne schien bereits hoch am Himmel und schickte ihm ihre wärmenden Frühlingsstrahlen. Ein buntes Vogelkonzert war überall zu hören, und ein sanfter Wind wehte über die saftig-grünen Gräser und ersten Blümchen.

Der Weg führte ihn am Igelbau vorbei. Die Eltern der Familie Igel grüßten ihn verschlafen und rieben sich ihre kleinen Knopfaugen. Die zwei Igeljungen spielten bereits wild auf dem Weg Fangen, was ziemlich drollig aussah, wenn der eine den anderen anstupste und sie dann zu stacheligen Kugeln zusammengerollt über den Boden kullerten. Mama Igel hatte letztes Jahr um den Bau herum lauter bunte Windräder aufgestellt, die sich jetzt mit jedem Windstoß drehten und quietschende Geräusche von sich gaben.

An der nächsten Weggabelung befand sich der riesige Ameisenhügel. Die meisten Ameisen übten bereits die schwierigen Frühjahrsmärsche. Sie standen in Reih und Glied und marschierten fröhlich singend um den Hügel herum. Andere trugen schon frische Früchte und Baumaterial in den Hügel. Die Ameisenkönigin schaute dem Treiben von der Spitze des Hügels streng zu und gab Befehle. Als sie Rumedum sah, winkte sie ihm lächelnd zu. Rumedum war überall bekannt und beliebt.

Rumedum kroch wieder seines Weges und sah von weitem einen Bienenschwarm. Dieser kam ihm mit lautem Brummen direkt entgegen. Er musste sogar den Kopf einziehen, als sie sehr knapp an ihm vorbeiflogen. Sie hatten es anscheinend mal wieder sehr eilig. Sie mussten ja rechtzeitig Nektar beschaffen, um die frisch geschlüpften Larven zu füttern. Da war wenig Zeit, einen alten Freund zu begrüßen. Ein Summen näherte sich Rumedum, und siehe da, ein kleiner Nachzügler flog eifrig hinter der Gruppe her. Er rief noch schnell ein hastiges „Hallo“ und schon war er wieder weg. Rumedum musste leicht schmunzeln. „Typisch Bienen“, dachte er sich.

Nur noch wenige Kriecher und er war am Ziel: einem großen, knochigen Baum, der eine ganz raue Rinde und viele kleine Zweige hatte, die in allen erdenklichen Richtungen verschwanden. Zwischen den Rissen der Rinde und den Zweigen spannten sich viele kleine und auch große Spinnweben. Hier wohnten die Spinnen der Wiese. Zum Glück mochte diese Spinnenart keine Raupen, sodass Rumedum nichts zu befürchten hatte. Er kannte seine Freundin Ruby schon, seit er auf der Welt war, und sie gingen auch gemeinsam in die Wiesenschule. Rumedum freute sich riesig, die kleine Spinne wiederzusehen.

Einschlafgeschichte für Kinder

Am Baum angelangt, holte er tief Luft und rief ganz laut: „Ruby, hallo Ruby! Bist du zu Hause?“ Eine kleine rote Spinne seilte sich geschwind aus einem Spinnennetz und plumpste vor ihm auf den Boden. „Ups“, rief sie. „Das war dann doch etwas schneller als gedacht“, kicherte sie. Ruby war etwas ungewöhnlich für eine Spinne. Wenn ein Missgeschick passierte, dann war Ruby nicht weit. Sie war schon dreimal durch die Spinnenprüfung gefallen.

Rumedum hatte ihr versprochen, gleich nach dem Winterschlaf bei ihr vorbeizuschauen und ihr beim Üben zu helfen. Er beobachtete sie und gab ihr Tipps, wie sie sich am besten von einem Ast zum anderen abseilt. Das hört sich gar nicht so schwierig an, aber Ruby plumpste meistens doch auf den Boden.

Wenn dann einmal etwas Wind aufkam, dann hing sie am Ende sogar in ihrem eigenen Netz. Ihre Eltern schüttelten meistens verzweifelt den Kopf und konnten es kaum fassen, dass ihre kleine Tochter so tollpatschig war. Rumedum ist aber ein wahrer Freund und lachte sie niemals aus. Es gab auch in seinem Leben Dinge, die er zunächst einfach nicht hinbekam. Aber da er niemals aufgab, hatte er die Probleme am Ende doch noch gelöst.

Ruby und Rumedum machten sich auf den Weg zu einem kleinen Baum in der Nähe. Er war zum Üben gut geeignet, da es dort nicht ganz so anstrengend war. Das Problem bei dem Übungsbaum war jedoch, dass er an einer Pfütze stand. Rumedum war ein sehr guter Schwimmer und es machte ihm auch viel Spaß, im Wasser zu planschen … Ruby leider nicht.

Die Spinne kletterte geschwind auf den Baum und fing an, ein kleines Netz zwischen den Ästen direkt über der Pfütze zu weben, damit sie bei einem Sturz nicht ins Wasser fallen kann.

Rumedum kletterte am Baumstamm hoch und forderte seine Freundin auf, ihm zu folgen. Es ging immer höher und höher, und Ruby wurde es schon ganz mulmig. An einem hohen Ast angekommen, sagte Rumedum: „So, Ruby, jetzt bindest du deinen Faden um den Ast und lässt dich gaaaaanz laaaaangsam nach unten gleiten.“ Ruby nickte ängstlich, aber sie wollte es ja auch lernen. Sie band ihren Faden um den Ast und sprang. „Nein, Ruby, ich sagte doch langsam!“

Ruby schaute etwas schuldbewusst nach oben zu Rumedum. „Oh, das hab ich irgendwie nicht mitbekommen.“ Also krabbelte Ruby wieder zu Rumedum hinauf, band ihren Faden fest, und bevor er noch etwas sagen konnte, sprang sie wieder. Rumedum war schon fast am verzweifeln – er konnte einfach nicht verstehen, warum seine Freundin das tat, anstatt von Anfang an langsam zu machen.

„Also gut, jetzt sag mal, warum springst du immer, statt dich langsam abzuseilen?“, fragte Rumedum. „Außerdem machst du dabei immer die Augen zu.“ Ruby schaute etwas zur Seite und brummte vor sich her: „Weil ich eigentlich Angst habe.“ „Wie? Du hast Angst? Als Spinne?“ „Ja doch, ich habe – glaube ich – Höhenangst, und wenn ich die Augen schließe und schnell springe, ist es auch schnell wieder vorbei. Du weißt schon, das mit dem Springen aus großer Höhe.“

Rumedum war völlig verdattert und konnte die Welt nicht mehr verstehen. Eine Spinne, die Höhenangst hat. Sowas aber auch. Er dachte darüber nach, wie es wohl sei, wenn man ständig Angst vor etwas hätte. Für ihn war der Gedanke total schrecklich, und er machte sich große Sorgen um seine Freundin.

„Na komm, wir gehen eine Runde spazieren, und um die Ecke bei den Bienen gibt es, glaube ich, noch etwas Süßes zum Naschen. Vielleicht geben sie uns etwas ab.“

Gesagt, getan, und ruckzuck waren sie wieder auf dem Weg und folgten dem Summen der Bienen. Der Bienenstock befand sich an einem großen blühenden Baum, der von hunderten von Bienen umschwirrt wurde. Einige Bienen winkten ihnen zu, und ihr Bienenfreund Harry kam auch recht schnell angebraust. „Na, was macht ihr denn hier? Wollt ihr mit mir spielen?“ fragte er. „Klar! Wenn du Zeit hast“, riefen Rumedum und Ruby.

„Sag mal, Harry, hättest du vielleicht etwas Süßes zum Naschen für uns?“, fragte Ruby mit einem schelmischen Lächeln.

Harry grinste über beide Backen und rief noch, während er wegflog: „Wartet, ich komme gleich wieder.“ Nach ein paar Minuten kam er mit kleinen Honigwaben, die einem schon beim Ansehen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen, beladen zurück. „Kommt, lasst uns zum Waldspielplatz gehen“, schlug er freudig vor. Die kleine Gruppe lief lachend zum Wald und tauschte dabei die neuesten und spannendsten Erlebnisse aus. Harry war ganz verwundert, dass Ruby sich vor der Höhe fürchtet, und dachte über eine Lösung nach, während sie den süßen Honig auf dem Spielplatz naschten.

Nach längerem Grübeln sagte Harry: „Meine alte Lehrerin, Fräulein Brumm, hat mir auch geholfen mit dem Fliegen. Ich war der letzte der Bienenjungen, der noch nicht fliegen konnte. Ich hatte die gleiche Angst wie du. Ruby, was hältst du davon, wenn wir zunächst mit kleinen Höhen anfangen? Wir treffen uns morgen früh und üben mit dir.“

Am nächsten Morgen, als die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumwipfel des Waldes blitzten, trafen sich die drei Freunde auf dem Waldspielplatz wieder. Zuerst suchten sie sich einen niedrigen Stein. Ruby war zuerst etwas zögerlich, aber als sie sah, wie einfach es von dem Stein ging, lächelte sie vorsichtig.

Dann wagten sie sich an einen alten Baumstumpf. Er war etwas höher, aber Ruby fühlte sich schon sicherer. Ihre Freunde standen unten und feuerten sie an. „Du schaffst das, Ruby!“, riefen sie. Mit einem mutigen Sprung seilte sie sich ab und landete weich auf dem Moos.

„Jetzt probieren wir es an einem kleinen Baum“, schlug Harry vor. Der Baum war nicht sehr hoch, aber für Ruby schon eine große Herausforderung. Oben auf dem ersten Ast angekommen, atmete Ruby tief durch. Sie stellte sich vor, wie sie leicht und sicher zu Boden gleiten würde. Mit einem entschlossenen Nicken seilte sie sich ab. Langsam und bedacht erreichte sie den Boden, wo ihre Freunde jubelten und klatschten. Ruby hüpfte vor Freude. „Ich habe es geschafft!“, rief sie aus.

„Super, Ruby! Jetzt bist du bereit für den nächsten Schritt“, sagte Harry und lächelte. „Lass uns zu höheren Ästen gehen.“ Sie kletterten auf einen höheren Ast des Baumes. Ruby spürte ein Kribbeln im Bauch, aber sie wusste, dass sie es schaffen konnte. Mit der Unterstützung ihrer Freunde und ihrem neu gewonnenen Mut seilte sie sich auch hier geschickt ab.

Als sie wieder sicher am Boden stand, war Ruby überglücklich. Ihre Freunde umarmten sie und lobten ihren Mut. „Du warst unglaublich, Ruby!“, rief Rumedum aus. „Ich bin so stolz auf dich!“, fügte Harry hinzu und lächelte breit. Jetzt fühlte sie sich bereit, sich auch von den höchsten Ästen abzuseilen und freute sich darauf, ihre Spinnenprüfung mit großem Geschick zu bestehen. „Ich kann es kaum erwarten, allen zu zeigen, was ich gelernt habe“, sagte Ruby aufgeregt. Sie wussten alle, dass Ruby nun keine Angst mehr vor der Höhe hatte. Ende.

 

Kindertraumreisen mit autogenem Training

Wie lese ich eine Einschlafgeschichte am besten vor?

Damit die Kinder besser zur Ruhe kommen können, solltet ihr für eine möglichst reizarme Umgebung sorgen. Vor dem Schlafengehen am Besten keine aufregenden Spiele oder einen Film anschauen. Leise Entspannungsmusik und gedämpftes Licht im Schlafzimmer sind auf jeden Fall von Vorteil. Ihr solltet die Einschlafgeschichte mit einer ruhigen Stimme vortragen. Die eigene Grundstimmung überträgt sich auch häufig auf die Kinder, also vorher durchatmen und ruhig bleiben.

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