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Geheimoperation im Mondlicht: Die Jagd nach den Holzdieben
Geschichten für Kinder ab 7 – Charlys Welt 3

Inhalt: In dieser spannenden Kindergeschichte wagen sich Charly und Erik in ein abenteuerliches Unterfangen, um Holzdiebe im Wald aufzuspüren. Ihre nächtlichen Eskapaden, gefüllt mit Spannung und Teamgeist, bieten eine packende Geschichte, die Kinder in ihren Bann zieht. Ein lebendiges Beispiel für Zivilcourage, das zeigt, wie Mut und Cleverness auch in jungen Jahren einen Unterschied machen können.

Tipp: Die erste Charly-Geschichte findet ihr hier: „Die Kirschendiebe“.
Vorlesedauer: 20 Minuten
Altersgruppe: 7 - 10 Jahren (Kindergarten und Grundschule)

Geschichten für Kinder

Geheimoperation im Mondlicht: Die Jagd nach den Holzdieben

Geschichten für Kinder ab 7 – Charlys Welt 3

„Charly, schau mal! Ist das nicht Förster Schmitz dort drüben?“, sagte Erik, während er neben Charly durch den Wald stapfte. Charly, ein mutiges Mädchen mit einer besonderen Liebe zur Natur, führte ihren Chihuahua Wilson, während Erik von seiner sanften, irischen Wolfshündin Doris begleitet wurde. Die beiden Kinder und ihre Hunde genossen ihre tägliche Entdeckungstour durch den Wald, ein Ort voller Geheimnisse und Abenteuer.

Heute strahlte der Wald eine besondere Magie aus. Die Sonnenstrahlen brachen durch das dichte Blätterdach und tauchten alles in ein warmes Licht, während in der Ferne das fröhliche Zwitschern der Vögel zu hören war. Wilson und Doris schnüffelten neugierig in der Luft, als würden sie die Veränderung in der Atmosphäre spüren.

Als sie sich Förster Schmitz näherten, der in der Umgebung für seinen herzlichen Humor bekannt war, bemerkten sie sofort seinen ungewöhnlich besorgten Gesichtsausdruck. „Habt ihr in letzter Zeit irgendein Fahrzeug im Wald gesehen? Einen Laster, Traktor oder etwas Ähnliches?“, fragte er mit ernster Miene, während tiefe Sorgenfalten seine Stirn zierten. „Es gibt Probleme mit Holzdieben, nicht nur hier, sondern in vielen anderen Wäldern.“

„Nein, Herr Schmitz, wir haben nichts Ungewöhnliches bemerkt. Wir halten aber die Augen offen!“, antwortete Charly, während Doris leise an ihrer Leine knurrte und Wilson mit seinen großen Augen aufmerksam den Förster beobachtete. Der Förster nickte ihnen ernst zu. „Das ist gut, Kinder. Passt auf euch auf und meldet euch, falls ihr etwas seht“, sagte er, bevor er sich abwandte und langsam seiner Wege ging.

Charly, deren Augen vor Aufregung glänzten, sah zu Erik herüber. Ein neues Abenteuer lag in der Luft, und sie war mehr als bereit, dem Förster zu helfen und das Geheimnis der Holzdiebe zu lüften.

„Weißt du, Erik, ich glaube, diese Typen kommen bestimmt nicht tagsüber. Nachts, wenn der Wald leer ist, schlagen sie zu“, überlegte Charly laut. „Stimmt, das ist logisch“, antwortete Erik. „Aber wer soll nachts im Wald patrouillieren? Die Polizei hat sicher Wichtigeres zu tun, und der Förster allein kann so ein großes Gebiet nicht überwachen.“

Charly sah Erik nachdenklich an und legte den Kopf schief. „Nein, Charly, das können wir nicht machen. Es ist viel zu gefährlich. Wir sind doch keine Polizisten, sondern Kinder“, protestierte Erik energisch.

„Ach komm, es wird bestimmt spannend! Und wenn wir jemanden sehen, rufen wir sofort die Polizei oder den Förster. Stell dir nur vor, was für Geschichten wir später erzählen können!“, lachte Charly. „Sei nicht so ängstlich, Erik.“

„Es geht nicht um Angst, Charly. Es ist einfach unvernünftig. Und wenn dir etwas zustößt, könnte ich das deinen Eltern nie erklären“, erwiderte Erik besorgt.

Charly sah ihn flehend an. „Meine Eltern kriegen das gar nicht mit, wenn wir heimlich rausgehen. Wir müssen ja nur schnell anrufen, falls wir etwas sehen.“

Erik seufzte innerlich. „Ich kann ihr einfach nichts abschlagen. Wenn ich nicht zustimme, geht sie vielleicht allein los, und das darf ich nicht zulassen.“

„Okay, aber wir machen das nur für ein oder zwei Nächte. Und nur für kurze Zeit, nicht die ganze Nacht“, stellte Erik klar. „Klar, klar“, entgegnete Charly und imitierte eine tiefe Stimme. „Du klingst ja wie mein Vater. Sei nicht so ein Spielverderber, Erik!“

„Also, wann starten wir?“, fragte Erik etwas genervt. „Heute Abend natürlich“, antwortete Charly prompt. „Das dachte ich mir schon. Warum habe ich überhaupt gefragt?“, seufzte Erik. Charly lächelte ihn verschmitzt an. „Wir können los, sobald es dunkel wird, so gegen 23 Uhr. Meine Eltern sind dann schon im Bett. Warten wir noch eine halbe Stunde, dann können wir losziehen. Aber Wilson lassen wir heute zu Hause. Er ist nicht der Schnellste für solche Unternehmungen“, plante Charly.

„Ach du meine Güte, warum habe ich nur zugestimmt? Charly ist beharrlich wie ein Terrier, wenn sie eine Idee hat. Einfach unaufhaltsam“, grübelte Erik besorgt und versuchte, mit gelassener Stimme zu sprechen: „Okay, super. Doris bringe ich sicherheitshalber aber mit.“

Nachdem Erik widerwillig zugestimmt hatte, begannen sie mit den Vorbereitungen für ihre nächtliche Überwachung im Wald. Sie packten ihre Taschenlampen, Decken und alles Nötige für ihre Mission. Die ersten Nächte waren aufregend und voller Abenteuerlust. Sie lernten schnell, sich im Dunkeln zu bewegen und leise zu sein, immer in der Hoffnung, die Holzdiebe zu erwischen. Doch mit jeder weiteren Nacht, die sie im Wald verbrachten, wuchs Eriks Besorgnis.

„Klar wie Kloßbrühe, das war's“, dachte Erik resigniert in der sechsten Nacht ihres nächtlichen Abenteuers im Wald. „Wir sitzen hier schon seit Tagen. Ich fühle mich, als würde ich Wurzeln schlagen. Charly ist stur wie ein Fels. Und ich sitze hier und mach mit. Warum tauchen diese Holzdiebe nicht auf? Vielleicht sitzen wir ja noch an Weihnachten hier und werden zu Schneemännern“, dachte Erik leicht genervt.

„Immerhin ist das Wetter gnädig, kein Regen bisher. Aber wer weiß, vielleicht müssen wir auch noch im Regen ausharren. Ich traue mich gar nicht, einen Unterstand vorzuschlagen. Charly würde sicher erwarten, dass ich ihn dann auch baue. Besser, ich sage gar nichts“, überlegte er. „Diese Aktion stellt unsere Freundschaft wirklich auf die Probe!“

Dann, endlich, kamen sie. Aber nicht in einem unauffälligen Fahrzeug. Es war ein riesiger Holzlaster mit einem Kran, der sich ohne Licht seinen Weg durch den Wald bahnte. „Sie haben den Vollmond abgepasst. Clever“, flüsterte Charly. Beide Kinder waren nun aufgeregt, ihre Herzen schlugen wild. Gleichzeitig dachten sie: „Was haben wir uns nur dabei gedacht!“

Sie versteckten sich im Unterholz, als der Transporter vorbeifuhr. Charly und Erik hatten sich in der Nähe des größten Holzstapels niedergelassen. Ihr Lager war inzwischen fast gemütlich geworden, ausgestattet mit Getränken, Süßigkeiten, Taschenlampen, Taschenmessern, warmen Decken und weiterem Zubehör – bereit für die jungen Abenteurer.

Zwei Männer in dunklen Outfits stiegen aus dem schweren Fahrzeug und standen vor dem Holzstapel. Einer von ihnen zückte sein Handy und begann zu telefonieren. „Sie klären gerade, ob das das richtige Holz ist“, flüsterte Charly leise. Erik nickte knapp: „Könnte gut sein.“

Der andere Mann griff nach einem Bedienpult und begann, den Kran zu steuern. Langsam bewegte sich der Kranarm. „Zeit, jemanden zu alarmieren“, murmelte Erik. „Genau, ich ruf’ den Förster an“, antwortete Charly, ihre Stimme war kaum hörbar.

Charly hatte die Nummer des Försters schon im Telefon gespeichert, aber zu ihrer Überraschung ging er nicht ran, vermutlich schlief er gerade tief und fest. „Dann rufen wir eben die Polizei“, entschied Erik.

Schnell wählte Charly die Nummer der Polizei. „Hallo, mein Name ist Anna, meinen Nachnamen kann ich ihnen leider nicht verraten. Ich beobachte gerade, wie Holzdiebe mit einem großen Laster hier im Wald Holz abtransportieren“, erklärte sie hastig.

Der Polizist am anderen Ende der Leitung klang skeptisch. „Ist das ihr Ernst, junge Dame? So etwas kann ernste Konsequenzen haben, besonders wenn sie nachts ohne Erwachsene im Wald sind.“

„Glauben sie mir, deshalb ist der Anruf ja anonym“, entgegnete Charly, ihre Stimme nun etwas lauter. Erik gab ihr ein Zeichen, leiser zu sein. „Ich mache keine Witze. Es geht hier um eine echte Straftat. Sie müssen sofort kommen, sonst ist das Holz weg – und damit viel Geld!“, drängte sie.

Nach einem Moment des Schweigens antwortete der Polizist: „In Ordnung, wir kommen. Aber wenn das eine falsche Meldung ist, gibt es Ärger. Ich habe ihre Handynummer. Wir sind momentan etwas knapp besetzt und die Kollegen sind bei einem Unfall, aber ich leite alles weiter. Bitte geben sie uns den genauen Standort durch.“

Charly gab der Polizei eine genaue Beschreibung des Holzlagers und konnte sogar das Kennzeichen des Lasters durchgeben. Dann beobachteten die beiden, wie der LKW sich immer mehr mit Holz füllte. „Wo bleibt nur die Polizei?“, fragten sie sich ungeduldig.

„Wenn die nicht bald kommen, sind die Diebe weg“, flüsterte Erik besorgt. „Genau, wir müssen irgendwas tun!“, entgegnete Charly entschlossen. „Aber was? Wir können doch nichts gegen Kriminelle ausrichten!“, erwiderte Erik ängstlich. „Natürlich nicht direkt. Aber wir können sie unbemerkt aufhalten. Lass uns die Luft aus den Reifen lassen“, schlug Charly vor.

„Was? Bist du dir sicher?“, fragte Erik ungläubig. „Absolut. Wir nutzen unsere Taschenmesser, um die Ventile zu öffnen und die Luft rauszulassen“, erklärte Charly. „Nein, das ist zu riskant“, sagte Erik. „Doch, wir machen das“, beharrte Charly. So diskutierten sie weiter, während der Holzstapel immer kleiner wurde. Schließlich stimmte Erik widerwillig zu.

Sie schlichen sich vorsichtig zum Lastwagen und überquerten den Waldweg. Während Erik sich um die Vorderreifen kümmerte, begann Charly, den Auspuff mit Laub und Zweigen zu verstopfen. Sie hatten genug Filme gesehen, um zu wissen, wie das geht – jetzt war es an der Zeit, die Theorie in die Praxis umzusetzen.

Leider kam die Polizei nicht rechtzeitig an. Im letzten Moment konnten sich die Kinder in einen Graben werfen, als die Diebe ihr Fahrzeug starteten und losfuhren.

Aber sie kamen nicht weit. Eine Verpuffung erschütterte den LKW, und dichter Rauch stieg auf. Die Männer stiegen aus, um nach dem Rechten zu sehen. Überrascht entdeckten sie, dass der Auspuff verstopft war. Sie sahen sich um, konnten aber niemanden entdecken. Nachdem sie den Auspuff gereinigt hatten, versuchten sie erneut zu starten.

Aber auch dieses Mal kamen sie nicht weit, denn Erik hatte erfolgreich die Luft aus den Reifen gelassen. Die Reifen waren inzwischen so flach, dass der Laster nicht mehr fahrtüchtig war.

Noch einmal stiegen die Männer aus der Fahrerkabine und blickten sich ratlos um. Während einer frustriert an seinen Haaren zog, ließ der andere ein Gewitter aus Flüchen los. Doch das Fluchen änderte nichts an ihrer Situation – sie mussten sich um den platten Reifen kümmern. In diesem Moment traf endlich die Polizei ein.

Die Männer ergriffen sofort die Flucht in den Wald, doch hatten sie nicht mit Doris gerechnet. Wie schon einmal spielte sie die Rolle des Wolfs perfekt. Sie rannte dicht neben den fliehenden Dieben her. Als sie Doris sahen, spiegelte sich reine Panik in ihren Augen wider.

Doris überholte sie geschickt und schnitt ihnen den Weg ab. Ratlos änderten die Männer ihre Richtung, doch Doris war schneller und blockierte erneut ihren Weg. Schließlich hatten sie keine andere Wahl, als direkt in die Arme der wartenden Polizisten zu laufen. Im Wald hallte wieder der Ruf nach einem Wolf wider.

Der Polizei gelang es letztlich, die Kriminellen festzunehmen. In dieser Zeit hielten sich Charly und Erik gut versteckt. Als die Diebe gefasst wurden, behaupteten sie, von einem riesigen Wolf verfolgt worden zu sein. Doch die Polizisten waren skeptisch und hielten diese Behauptung eher für eine Ausflucht als für die Wahrheit.

Die Beamten suchten in der Nähe des Transporters nach den Kindern, da der anonyme Hinweis offensichtlich von einer Kinderstimme gekommen war. Hätten sie Suchhunde dabeigehabt, wären die beiden wohl entdeckt worden.

Aber so lagen Charly und Erik sicher versteckt hinter einer Hecke und beobachteten das Geschehen. Sie klatschten sich zufrieden ab, stolz auf die erfolgreiche Verhaftung der Holzdiebe. Einige Tage später berichtete sogar die örtliche Presse über den geheimnisvollen nächtlichen Anruf.

„Du, Charly, die Polizei hat jetzt aber deine Handynummer, oder?“, fragte Erik. Charly lachte. „Natürlich nicht, ich habe doch ein Prepaid-Handy verwendet, das ich für die Klassenfahrt bekommen hatte. Du kannst mir schon vertrauen, Erik“, erwiderte sie schmunzelnd. Erik grinste zurück: „Ich vertraue dir, Charly, mehr, als du denkst.“

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