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Ziegenalarm auf Annas Hochzeit – Kindergeschichte – Charly 10

Inhalt: In dieser Folge erwartet dich eine charmante Geschichte voller Witz und Wärme. Auf einer Hochzeit kommt es zu absolutem Chaos, als wildgewordene Ziegen den Brautstrauß anknabbern. Charly und Erik versuchen, die Situation zu retten. Wie es Charly am Ende auch noch zu einem Auftritt als Sängerin schafft? Lest die Geschichte und lasst euch überraschen.

Die erste Charly-Geschichte findet ihr hier: "Die Kirschendiebe".

Vorlesedauer: 17 Minuten
Altersgruppe: 7 - 10 Jahren (Kindergarten und Grundschule)

Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser Kindergeschichte.

KIndergeschichte

Ziegenalarm auf Annas Hochzeit – Kindergeschichte

„Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt. Die ganze Affenbande brüllt: Wo ist die Kokosnuss, wo ist die Kokosnuss, wer hat die Kokosnuss geklaut?“ sang Charly ausgelassen, während sie mit ihrem quirligen Chihuahua durch die Gassen tänzelte.

In den vergangenen Tagen hatten die Spaziergänger im Dorf oft verwundert innegehalten, wenn sie das fröhliche Mädchen mit ihren ungewöhnlichen Liedern hörten. Charly hatte in einem alten Bücherregal ein verstaubtes Liederbuch entdeckt und sich online auf die Suche nach den Melodien gemacht. Die alten Songs hatten es ihr angetan, und sie sang sie mit einer ansteckenden Begeisterung, die von morgens bis abends nicht nachließ.

Ihre Eltern schmunzelten liebevoll und stimmten oft mit ein. Erik allerdings, sah mit einer Mischung aus Verwunderung und Skepsis zu. Musik war sehr wichtig für ihn, doch diese alten Lieder fand er eher kurios. „Warum muss sie ausgerechnet diese alten Songs singen? Gibt es nicht modernere, coolere Lieder?“, dachte er kopfschüttelnd. Doch trotz seiner Bedenken konnte er nicht leugnen, dass Charlys Freude ansteckend war.

Während Charly fröhlich weitersang, bemerkte sie nicht die Blicke einiger Kinder aus der Nachbarschaft, die sich über ihre Vorliebe für alte Lieder lustig machten. Sie hörte nur das Flüstern und das Kichern, das sie begleitete, doch ihre Liebe zur Musik und ihr unerschütterlicher Optimismus ließen sie weitersingen.

„Erik, heute ist die Hochzeit von Anna und Klaus. Wir sollten unbedingt hingehen – vielleicht können wir ja ein paar Cent für ein Eis ergattern!“, sagte Charly mit leuchtenden Augen. In ihrem Dorf war es eine liebgewonnene Tradition, dass bei Hochzeiten die Kinder am Kircheneingang ein Blumenseil hielten. Der Bräutigam musste dann eine Art ‚Brautgeld‘ an die Kinder verteilen, um Einlass zu erhalten. Dieses Spektakel lockte jedes Mal das halbe Dorf an, und die Kinder verwandelten die gesammelten Münzen dann umgehend in Eis oder Schokolade im örtlichen Lebensmittelgeschäft.

Als Charly und Erik an der Kirche ankamen, waren die besten Plätze bereits besetzt. Die Treppe war dicht umlagert. Doch auch für die später kommenden Gäste gab es Hoffnung: Der Bräutigam warf großzügig Münzen bis hinunter zu den wartenden Kindern.

Als die Kinder Spalier standen und das Brautpaar zum Auto geleiteten, hörte Charly von einigen Kindern hinter sich ein vertrautes Kichern und Getuschel. „Schau mal, Charly ist auch da, die singt immer Oma-Lieder“, flüsterte jemand spöttisch. Charly hörte das, zuckte aber nur mit den Schultern und grinste. „Na und? Oma-Lieder sind cool“, sagte sie selbstbewusst. Eriks Blick traf ihren, voller Bewunderung für ihre Gelassenheit, und sie zwinkerte ihm zu.

Nach der Trauung wandte sich Erik zu Charly: „Möchtest du noch eine Runde mit den Hunden gehen, oder hast du heute etwas anderes vor?“ Charly lächelte fröhlich und antwortete: „Nein, nichts Besonderes. Ich wollte nur die Hochzeit sehen. Und dann … mit dir abhängen. Gehen wir zum Entenweiher? Dort könnten wir uns bei der Waldhütte ein Eis gönnen.“ „Klingt super“, stimmte Erik zu, und gemeinsam machten sie sich auf den Heimweg, um ihre Hunde zu holen.

Am Entenweiher angekommen, ließen sie entspannt ihre Beine im Wasser baumeln. Doris, der stattliche Wolfshund, und Wilson, der winzige Chihuahua, lagen im Schatten und hielten Wache. In der Nähe ruhten einige Ziegen friedlich auf einer eingezäunten Wiese.

Während sie die Ruhe genossen, streifte Charly kurz die Erinnerung an die spöttischen Kommentare der anderen Kinder. Erik warf ihr einen besorgten Blick zu und sagte leise: „Weißt du, Charly, es ist egal, was die anderen sagen. Wenn du Spaß an den Liedern hast, dann sing weiter.“ Charly schenkte ihm ein selbstsicheres Lächeln. „Ich weiß“, erwiderte sie, „ich lasse mir von niemandem meine Lieder vermiesen. Sie machen mich glücklich.“

Plötzlich zerriss das sanfte Brummen eines herannahenden Autos die Stille. Es war das glänzende Hochzeitsauto von Anna und Klaus, das sich langsam seinen Weg bahnte, begleitet von einem Fotografen, der bereits eifrig Fotos schoss. Sie hielten am malerischen Weiher an, um dort ihre Hochzeitsfotos zu machen. Die Braut stieg aus, mit einem prachtvollen, großen Brautstrauß in ihren Händen haltend. Charly beobachtete die Szene und bewunderte die strahlende Braut.

Die Braut und der Bräutigam posierten in romantischen Posen am Ufer des Weihers, als plötzlich ein unerwartetes Chaos ausbrach. Der prächtige Brautstrauß, ein buntes Meer aus Blumen, weckte das Interesse der Ziegen, die bis dahin friedlich im Schatten geruht hatten. Mit einem verschmitzten Funkeln in den Augen krochen sie geschickt unter der Einzäunung hindurch und stürzten sich mit einer Mischung aus Neugier und Frechheit auf die überraschte Braut.

Die Braut, in ihrem strahlend weißen Kleid, versuchte verzweifelt, den gierigen Ziegen zu entkommen, während der Bräutigam sich heldenhaft, aber etwas unbeholfen, zwischen sie und die Tiere warf. Der Fotograf, anfangs noch perplex, erkannte schnell die Einzigartigkeit des Moments und begann, wild Bilder zu schießen, während er sich durch das Getümmel bewegte.

In diesem Durcheinander sprangen Doris, der Wolfshund, und Wilson, der winzige Chihuahua, mutig in die Bresche. Sie jagten hinter den Ziegen her, um sie zurück ins Gehege zu treiben. Doch Wilson, in seiner Größe mehr einem mutigen Mäuschen gleichend, ging bei dieser wilden Jagd völlig unter.

Charly und Erik, die das Geschehen zunächst ungläubig beobachteten, sprangen ebenfalls ein. Sie schrien Anweisungen und versuchten, das Chaos zu bändigen. In einem komischen Höhepunkt der Szene schubste der stärkste Ziegenbock den Bräutigam mit einem kräftigen Stoß seiner Hörner in den Teich. Die Braut, nun am Boden liegend, ihr Kleid zerknittert und verschmutzt, die Haare zerzaust, sah, wie Teile ihres Brautschleiers auf den Hörnern des Ziegenbocks davongetragen wurden.

Erik, entschlossen, den Brautstrauß zu retten, sprintete den Ziegen hinterher, während Charly der Braut aufhalf. Derweil war der Bräutigam wieder auf dem Wasser gestapft und stand triefend vor seiner Frau.

Der Fotograf, inzwischen in seinem Element, machte Bild um Bild, dabei immer wieder rufend: „Sensationell, was für einzigartige Hochzeitsfotos!“ Charly, trotz der verrückten Situation, musste lachen, als sie an ihr Lied dachte, in dem dieses Mal nicht Affen, sondern Ziegen durch den Wald rasten. Bald schon stimmten der Fotograf und die anderen Anwesenden in ihr Lachen ein, während sie dem Spektakel der Ziegen und Hunde zusahen.

„Na, wenn das mal kein Glück bringt“, lachte der Fotograf. Charly, immer noch lachend, stimmte ihm zu, obwohl ein Teil von ihr sich fragte, was wohl als Nächstes passieren würde.

„Ich habe eine Idee“, sagte Charly aufgeregt. „Ich wohne gleich hier um die Ecke, und sowohl meine Mutter als auch meine Oma haben ihre Brautkleider aufbewahrt. Vielleicht passt eines davon dir, Anna. Sollen wir es versuchen?“ Die Braut, sichtlich gerührt von Charlys Hilfsbereitschaft, nickte dankbar. „Auf jeden Fall, so können wir unmöglich zur Hochzeitsfeier!“, stimmte der Bräutigam zu, und gemeinsam fuhren sie zu Charlys Haus.

Charlys Mutter Karin und Oma Katharina waren schnell zur Stelle. Sie holten ihre alten Brautkleider hervor, und bald schon waren die Frauen im Badezimmer verschwunden, um Anprobe zu halten. Der Bräutigam erhielt indessen von Charlottes Vater einen passenden Frack.

Währenddessen pflückten Charly und Erik im Garten Blumen für einen neuen Brautstrauß. Sie wählten jede Blume sorgfältig aus, um den perfekten Strauß zu kreieren.

Zu aller Überraschung sah Anna im alten Brautkleid ihrer Mutter noch umwerfender aus als zuvor. Ihr Lächeln strahlte, und ihr Glück war unübersehbar, als sie im Garten für neue Fotos posierten.

Als die Feierlichkeiten begannen, trat die Braut vor die Gäste und dankte Charly öffentlich für ihre Hilfe. „Ohne Charly wären wir heute nicht so glücklich“, sagte sie. Die Gäste applaudierten, und Charlys Herz schwoll vor Stolz an.

Doch dann kam ein Moment, der Charly völlig unvorbereitet traf. Die Braut wandte sich mit einem strahlenden Lächeln an sie: „Charly, könntest du uns ein Lied singen? Deine Stimme würde diesen Tag noch perfekter machen.“ Charly war überrascht. Sie hatte nicht erwartet, im Mittelpunkt zu stehen, geschweige denn zu singen.

Doch als sie in die erwartungsvollen und hoffnungsvollen Augen der Braut und der versammelten Gäste blickte, spürte sie eine Welle der Ermutigung. Erik nickte ihr zu, sein Blick war voller Vertrauen in ihre Fähigkeiten.

Mit einem tiefen Atemzug begann Charly ihr Lieblingslied. Ihre Stimme war anfangs zögerlich, doch mit jeder weiteren Strophe gewann sie an Stärke und Klarheit. Die Gäste lauschten, einige begannen im Takt zu klatschen, und die Kinder lächelten und summten mit. Als Charly das Lied beendete, brach ein begeisterter Applaus aus. Sie spürte, wie ihre Nervosität von Stolz und Freude abgelöst wurde.

„Du hast eine wunderbare Stimme“, flüsterte Erik ihr zu, als der Applaus langsam verebbte. „Und du bist so mutig.“ Charly strahlte, durchflutet von einem gestärkten Selbstvertrauen.

Später, als sie und Erik noch einmal zum Weiher gingen, um nach den Ziegen zu sehen, konnten sie über die verrückten Ereignisse des Tages nur lachen. „Sie sehen so harmlos aus und sorgen dann für so viel Trubel!“, sagte Charly. Erik nickte zustimmend, und beide waren sich einig, dass sie einen Tag erlebt hatten, den sie nie vergessen würden.


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