
Charly, Erik und der Transporter-Coup
Kindergeschichte zum Vorlesen – Charly 16
Inhalt: In dieser packenden Kindergeschichte stoßen Charly und Erik auf einen mysteriösen Diebstahl in ihrem Dorf. Ihre Entschlossenheit führt sie auf die Spur eines weißen Transporters voller gestohlener Geschenke. In einer fesselnden Verfolgungsjagd setzen sie alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Können sie die Täter überführen und Gerechtigkeit herstellen? Ein spannendes Rätsel, das Neugier weckt und bis zum Schluss fesselt.
Die erste Charly-Geschichte findet ihr hier: "Die Kirschendiebe".
Vorlesedauer: 22 Minuten
Altersgruppe: 7–10 Jahren (Grundschule)
Ich wünsche euch viel Spaß bei dieser Kindergeschichte zum Vorlesen.

Charly, Erik und der Transporter-Coup – Kindergeschichte zum Vorlesen
An einem sonnigen Samstagnachmittag schlenderten Charly und Erik über den belebten Dorfplatz.
Plötzlich blieben sie stehen, ihre Blicke waren auf zwei Kinder gerichtet, die auf klapprigen, alten Fahrrädern herumkurvten. Bei jeder Pedalumdrehung gab es ein schrilles Quietschen, und die Kinder kämpften sichtlich, um nicht vom Sattel zu rutschen.
„Ey, guck dir das an, Charly. Die Räder sind ja Schrott!“, sagte Erik, während er die Stirn runzelte.
Charly beobachtete die beiden Kinder. „Krass, die Räder sehen aus, als wären sie aus einem alten Film. Kann doch nicht sein, dass man damit noch fährt. Die Dinger sind sicher noch aus der Zeit unserer Eltern.“
Erik nickte. „Total. Die Dinger sind bestimmt älter als wir. Voll die Oldtimer! Kein Wunder, dass die da so rumeiern.“
Neugierig gingen sie auf die Kinder zu. „Hey, wo habt ihr denn diese Oldie-Räder her? Damit kann man doch echt nicht mehr fahren!“, sagte Erik, während er sich zu den Fahrrädern hinunterbeugte. „Seht euch das an, die sind ja sogar gefährlich. Damit legt ihr bestimmt ’nen ordentlichen Abflug hin.“
Die Jungs sahen etwas bedrückt aus. „Wir haben kein Geld für neue Räder“, erklärte einer leise. „Wir sind neu hier. Unsere Eltern sind noch auf Jobsuche und wir haben kein Geld für Spielsachen. Die Räder haben wir vom Schrottplatz bekommen – gratis.“
Charly und Erik tauschten einen betroffenen Blick. In Charlys Augen funkelte es entschlossen. Erik kannte diesen Blick – Charly hatte eine Idee. Nachdem sie die Kinder mit den alten Fahrrädern zurückgelassen hatten, machten sich Charly und Erik nachdenklich auf den Heimweg. Während sie die Dorfstraße entlanggingen, sprudelte es aus Charly heraus: „Wir müssen da etwas machen, Erik. Die Kids können doch nicht mit so Schrotträdern rumgurken.“
Erik nickte. „Genau. Aber was genau? Vielleicht könnten wir in der Schule am Schwarzen Brett etwas aushängen, nach gebrauchten Rädern fragen oder so.“
„Oder wir sammeln Spenden von den Vereinen“, fügte Charly hinzu, während sie lebhaft gestikulierte. „Aber wir brauchen etwas Größeres. Wir müssen etwas auf die Beine stellen, das den Kids richtig hilft.“
Plötzlich blieb sie stehen, ihre Augen leuchteten. „Ich hab’s! Das Dorffest! Was, wenn wir da so einen Wünschebaum aufstellen? Kinder aus Familien, die‘s nicht so dicke haben, schreiben Wünsche auf kleine Zettel, und die Leute vom Fest können dann einen Wunsch erfüllen.“
Erik lächelte. „Das ist genial, Charly! Voll die gute Idee!“
Sie gingen zum Dorfschreiner Rigobert, um ihn nach einem Wünschebaum zu fragen. „Ein Wünschebaum? Für das Dorffest? Klasse Idee!“, rief Rigobert begeistert aus. „Klar mach’ ich euch den Baum. Das wird ein Hingucker!“
Mit neuem Elan besuchten Charly und Erik die Tafel und sprachen mit Lehrern in der Schule, um Familien ausfindig zu machen, die Unterstützung gebrauchen konnten. Die Lehrer waren sofort bereit zu helfen und sie kannten auch einige Familien, bei denen es sehr knapp war.
Am Tag des Dorffests war es dann so weit. Der Wünschebaum war prachtvoll und voller bunter Zettel behangen. Rigobert hatte ihn im Zentrum des Festes aufgestellt. Die Dorfbewohner versammelten sich neugierig um den Baum. „Schaut mal, jeder dieser Zettel ist ein Kinderwunsch“, erklärte Charly stolz der versammelten Menge. „Wer will, kann einen Wunsch erfüllen.“
Erik beobachtete, wie die ersten Dorfbewohner sich einen Zettel nahmen. „Siehst du, Charly, es funktioniert! Die Leute helfen wirklich!“
Charly nickte und sie hatte ein breites Lächeln auf ihrem Gesicht. „Das ist der Hammer, Erik.“
„Boah, Charly, das war klasse heute! Stell dir mal vor, wie happy die Kids sein werden!“, rief Erik begeistert aus, während sie das Dorffest verließen.
Charly strahlte vor Stolz. „Echt, das ist so cool gelaufen! Wir haben echt viel erreicht.“
In den Tagen vor der großen Geschenkverteilung brachten die Leute aus dem Dorf ihre Päckchen für den Wünschebaum ins Dorfgemeinschaftshaus. Charly und Erik packten kräftig mit an und stapelten die Geschenke in einem Nebenraum.
„Das wird Super!“, rief Charly aus, als sie ein buntes Paket abstellte. „Stell dir vor, morgen holen die Kids ihre Geschenke ab. Das wird ein Fest!“
„Genau“, stimmte Erik zu, während er ein weiteres Geschenk dazu legte. „Ich bin schon voll gespannt auf die ganzen leuchtenden Augen.“
Am nächsten Tag kamen Charly, Erik und ihre Eltern eine Stunde früher zurück ins Gemeinschaftshaus, um alles für die Verteilung zu organisieren. Als sie den Nebenraum öffneten, um die Geschenke zu holen, trauten sie ihren Augen nicht. Der Raum war komplett leer – kein einziges Geschenk mehr da.
„Was zum …“, Erik starrte fassungslos in den leeren Raum.
Charly, mit Tränen kämpfend, flüsterte: „Das ist doch voll gemein. Wer macht denn so etwas?“
Erik hatte Charly noch nie so aus der Fassung erlebt. Sie war immer die Starke, die Unerschütterliche. „Das ist doch unglaublich! Wer klaut denn Geschenke für Kinder?“, rief sie empört und zog ihr Handy hervor, um die Polizei zu rufen.
Die Polizei kam und nahm ihre Aussagen auf. Einige Zeugen hatten einen weißen Transporter gesehen, der vor dem Haus stand. Die Leute dachten, es sei ein Paketdienst. Aber das Fahrzeug hatte keine Kennzeichnung, keine Beschriftung – nichts, was zu seiner Identifizierung beitragen konnte.
Die Polizisten sahen Charly und Erik ernst an. „Wir können euch keine großen Hoffnungen machen“, sagte einer der Beamten mit bedauerndem Blick. „Manchmal sind es die dummen Fehler der Täter, die sie überführen, zum Beispiel, wenn sie die gestohlenen Sachen online verkaufen. Aber das passiert nicht immer.“
„Wir sehen in unserem Job viel Schlimmes“, fügte er hinzu und sah Charly direkt an. „Aber Geschichten wie diese berühren uns auch. Es tut uns wirklich leid.“
Charly nickte stumm, ihre Enttäuschung war deutlich in ihren Augen zu sehen. Trotz der tröstenden Worte des Polizisten fühlte sich die Situation hoffnungslos an. Die Geschenke waren weg.
Erik und Charlotte trafen sich immer wieder, um das Internet nach Anzeigen zu durchforsten, die auf die gestohlenen Gegenstände hinweisen könnten. Sie suchten stundenlang, aber vergeblich. Nichts. Kein einziger Hinweis. Sie fühlten sich hilflos und entmutigt.
Die Wochen vergingen und der Alltag kehrte auch bei den zwei Freunden ein.
„Hast du schon gehört, Charly? Im Nachbardorf wird der alte Bauerhof leer geräumt und es gibt einen Trödelmarkt dort. Die Besitzer sind verstorben und der Hof wird verkauft“, erzählte Erik ihr eines Tages.
Charlys Augen leuchteten auf. „Ich liebe es, auf solchen Trödelmärkten zu stöbern. Vielleicht finden wir ja etwas Cooles.“
Sie wussten zwar, dass sie wahrscheinlich keine der gestohlenen Sachen finden würden, aber die Vorstellung, in alten Sachen zu kramen und verborgene Schätze zu entdecken, faszinierte sie. Es war eine willkommene Ablenkung von ihrer Enttäuschung und Sorge um die verlorenen Geschenke.
Voller Vorfreude machten sich Charly und Erik auf den Weg zum Bauernhof im Nachbardorf, wo eine große Entrümpelung stattfand. Sie schlenderten zwischen den Ständen umher, und während Charly die alten Gegenstände begutachtete, träumte sie laut vor sich hin. „Stell dir vor, Erik, eines Tages einen eigenen Bauernhof zu haben. Mit viel Platz für Gärten, Tiere und all die Schätze, die man sammeln könnte.“
Erik lachte. „Du und dein Bauernhof! Aber wer weiß, vielleicht wird’s ja etwas.“
Während sie weiter durch die Reihen der Stände bummelten, bemerkten sie einen weißen Transporter, der am Rande des Hofes parkte. Er sah genau so aus wie der, der bei dem Diebstahl in ihrem Dorf verwendet wurde. In letzter Zeit hatten sie ein besonders wachsames Auge für solche Fahrzeuge entwickelt.
„Siehst du das, Erik? Der weiße Transporter dort. Genau wie der von neulich“, flüsterte Charly.
Erik nickte. „Ja, schon merkwürdig. Lass uns mal beobachten, was die da machen.“
Sie sahen, wie zwei Männer immer wieder Gegenstände einluden. Charly runzelte die Stirn. „Die verhalten sich echt komisch. Vielleicht klauen die gerade etwas. Lass uns mal näher hingehen, wenn sie wieder weg sind.“
Erik, normalerweise der Vorsichtigere von beiden, nickte entschlossen. „Okay, wir schauen uns das mal an.“
Als die Männer sich erneut vom Transporter entfernten, nutzten Charly und Erik die Gelegenheit, sich dem Fahrzeug zu nähern. Sie umrundeten den Transporter, aber fanden keine Möglichkeit, einen Blick in den Laderaum zu werfen – keine Fenster, nichts.
„Mist, wir können nicht reinschauen“, flüsterte Charly enttäuscht. „Was jetzt?“
Erik schaute sich um. „Wir müssen wohl oder übel warten und beobachten. Vielleicht ergibt sich noch eine Chance.“
„Meinst du, wir sollten mal checken, ob er offen ist?“, flüsterte Charly.
Erik warf einen schnellen Blick umher. Die Luft war rein. „Okay, ja. Lass uns das machen.“ Zu seiner eigenen Überraschung klang seine Stimme fester als erwartet.
Charly hob überrascht die Augenbrauen. „Na dann, auf geht’s.“ Sie streckte die Hand aus und zog vorsichtig am Türgriff. Tatsächlich, sie war nicht abgeschlossen.
Als sie die Tür öffneten, trauten sie ihren Augen kaum. Unter einem Haufen Trödel lagen zwei gebrauchte Kinderfahrräder, genau die, die sie für den Wünschebaum organisiert hatten.
„Das gibt’s doch nicht, wir haben sie gefunden!“, flüsterte Charly aufgeregt.
Plötzlich ertönte eine Stimme hinter ihnen. „Hey, ihr zwei Gören! Schaut zu, dass ihr aus unserem Wagen verschwindet, sonst packen wir euch mit ein und überlegen später, was wir mit euch machen!“
Die Kinder wirbelten herum und sahen die beiden Männer, die ein paar Meter hinter ihnen standen und grimmig schauten. Charly reagierte blitzschnell. „Äh, sorry, wir dachten, das wär das Auto von unserem Onkel. Unser Fehler.“ Ohne zu zögern, sprangen sie aus dem Auto und liefen schnell weg.
Die Männer sahen ihnen finster nach, schüttelten die Köpfe und stiegen in den Transporter.
„Was jetzt, Charly?“, rief Erik, sein Herz raste vor Aufregung und Anspannung.
„Wir bleiben dran“, antwortete Charly entschlossen. „Wir verfolgen sie.“
Ohne zu zögern, sprangen Charly und Erik auf ihre Fahrräder und setzten sich hinter den Transporter. Sie hielten einen sicheren Abstand, aber ließen das Fahrzeug nicht aus den Augen.
"Ruft die Polizei, da sind Diebe im Transporter!", schrien sie den Menschen zu, während sie das Fahrzeug verfolgten.
Der weiße Transporter bewegte sich langsam durch die Menge der Flohmarktbesucher, und Charly spürte, wie die Angst in ihr hochstieg. Sie befürchtete, die Diebe könnten entkommen, bevor die Polizei eintraf.
Plötzlich musste der Transporter wegen einiger Leute auf der Straße anhalten. Dies war ihre Chance. Mit geschickten Tritten beschleunigten sie ihre Fahrräder und schlängelten sich an dem stehenden Fahrzeug vorbei. Charly bemerkte eine riesige Matschpfütze direkt neben dem Weg. Ohne zu zögern, fuhr sie hinein und schleuderte mit einer schnellen Bewegung Matsch gegen die Frontscheibe des Transporters. Erik folgte ihrem Beispiel und tat dasselbe auf der anderen Seite.
Die Gauner im Transporter waren sichtlich überrascht und wütend. Sie sprangen aus dem Fahrzeug und versuchten, die Kinder zu verfolgen. Doch Charly und Erik waren auf ihren Fahrrädern viel schneller. Sie wichen aus und versteckten sich geschickt hinter einem nahegelegenen Stand.
Die Diebe suchten kurz nach den Kindern, gaben aber bald auf und kehrten zu ihrem Fahrzeug zurück. In diesem Moment kam die Polizei. Charly rannte zum Polizeiauto und rief aufgeregt: „Das sind die Diebe! Sie haben die Geschenke gestohlen! Ihr müsst sie aufhalten!“
Die Polizisten reagierten blitzschnell. Sie sprangen aus ihrem Fahrzeug und stellten die Halunken, gerade als diese versuchten, zu flüchten. Binnen weniger Augenblicke wurden die Verbrecher überwältigt und zum Polizeiwagen geführt.
Charly und Erik standen da, atemlos und überwältigt von dem, was gerade passiert war. Sie waren froh, dass die Gauner endlich verhaftet worden waren und auch ein wenig erleichtert, dass ihr Wagemut nicht zu ernsteren Problemen geführt hatte. Dank der schnellen Reaktion der Dorfbewohner, die Charlys Ruf gefolgt und die Polizei alarmiert hatten, konnten die Beamten rechtzeitig am Tatort sein.
Eine Woche nach der aufregenden Verfolgungsjagd war es endlich so weit: Die gestohlenen Geschenke wurden verteilt. Die meisten der gestohlenen Geschenke wurden im Haus der Täter gefunden. Was fehlte, wurde durch die Großzügigkeit der lokalen Vereine ausgeglichen, die Geldspenden sammelten, um Ersatz zu beschaffen. Als die Geschenke schließlich an die Kinder übergeben wurden, war der Anblick ihrer glücklichen Gesichter für Charly und Erik der schönste Lohn.
„Ach, die Charly!“, dachte Erik, während er ihr dabei zusah, wie sie mit strahlenden Augen ein kleines Mädchen umarmte, das ihr neues Spielzeug festhielt. „Sie ist wirklich etwas Besonderes.“
Erik lächelte. Diese ganze Erfahrung hatte ihnen beiden gezeigt, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein und sich für seine Gemeinschaft einzusetzen. Und dass manchmal, mit ein wenig Mut und Entschlossenheit, sogar Kinder einen großen Unterschied machen können. Ende.
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