Piratengeschichte zum Schmunzeln – Seemannsgarn und die wilde Bonny

Vorlesegeschichte Pirat

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Piratengeschichte-Seemannsgarn

Piratengeschichte zum Nachdenken und Vorlesen

Hallo Ihr Lieben,

vor kurzem habe ich eine Phantasiereise mit dem Piratenkapitän Seemannsgarn veröffentlicht und ich hatte so viel Spaß beim Schreiben, dass ich gleich noch eine Vorlesegeschichte schreiben wollte.

Ihr könnt sie entweder zur Entspannung oder Abends als Gutenachtgeschichte verwenden. Die Seemannsgarn-Geschichten sind immer mit einem Augenzwinkern zu betrachten. Wie der Name schon sagt, kommt immer irgendwo eine Überraschung oder eine Wendung, mit der man zunächst gar nicht gerechnet hat.

Die Frage stellt sich auch, ob man den Geschichten von Seemannsgarn auch wirklich trauen kann. Ich hoffe, ich kann den Kindern ein kleines Schmunzeln entlocken. 🙂

Piratengeschichte - Kapitän Seemansgarn und die wilde Bonny

Heute ist ein ganz besonderer Tag für den Piratenkapitän Seemannsgarn. Es ist der Tag, an dem er endlich seine Konkurrentin, die fiese schwarzäugige Anne Bonny, besiegen würde. Ja richtig gehört, sie war eine Piratin, die es wirklich faustdick hinter den Ohren hatte. Die wilde Bonny wollte schon als Kind die größte aller Piratenkapitäninnen werden. „Aber sie muss zuerst an mir vorbei, komme da was wolle“, schnaubt Seemannsgarn.

Sein Schiff hat volle Fahrt aufgenommen, der Wind bläst ihm stark ins Gesicht und die Gischt schäumt unter dem hölzernen Bug auf. „Ja, so soll das Piratenleben sein, wild unbändig und ohne Grenzen!“, freut sich der Pirat. Seemannsgarn ist noch ein recht junger Kapitän, zugegeben etwas unerfahren, dafür aber umso gewiefter als all die anderen. Er hat schon gegen so viele wirklich mächtige und fast unbesiegbare Gegner gekämpft, aber diese Anne Bonny, vor der hat er wirklich Respekt.

Die Masten knarren im Wind und das Schiff fliegt förmlich über das Wasser. „Vögel könnten nicht schneller fliegen“, denkt Seemannsgarn und kratzt sich den Bart. Es ist wichtig, dass sie heute noch auf der Schildkröteninsel ankommen. Dort soll, so hat es ihm ein Informant gesagt, das große Schiff der Königin ankern. Dieses Schiff ist vollgeladen mit ganz viel Gold und Diamanten, heißt es. Doch auch Bonny will unbedingt dieses Schiff entern, deswegen müssen sie sich ordentlich ins Zeug legen.

Am späten Abend, die Sonne ist schon lange untergegangen, nähern sie sich dem vom Nebel umwobenen Hafen der Insel und tatsächlich liegt dort ein imposantes Schiff vor Anker. Die Lichter des Schiffes leuchten stark durch den Nebel hindurch und der Mond erhellt die Umrisse von vielen Wachleuten. „Das ist ein wirklich gutes Zeichen für reiche Beute“, grübelt Seemannsgarn und überall wo er auch hinblickt, Bonny ist nirgends zu sehen. Wenn das mal kein Glücksfall ist.

Die Piraten warten versteckt hinter einer Landzunge bis es ganz finstere Nacht ist. Nebel steigt weiter auf und sie sehen kaum noch die Hand vor den Augen. Perfekte Umstände für einen Überfall, so können sie sich nähern, ohne dass die anderen sie entdecken.

Seemannsgarn ruft seine Mannschaft zusammen und flüstert ganze leise: „Hey ho, Männer und Weibsbilder! Jetzt machen wir fette Beute, also alles auf seinen Platz, Lichter löschen und ich will noch nicht mal eine Maus rülpsen hören, verstanden?“ Die Mannschaft schleicht auf Zehenspitzen zu ihren Plätzen. Sie legen alle ihre Säbel und Piratenkleidung an. Es ist nämlich auch wichtig, den Gegner so richtig einzuschüchtern. Grimmig und in voller Bewaffnung nähern sie sich vorsichtig dem Schiff. Das Schiff gleitet fast lautlos über das Wasser. Es ist alles still und niemand macht auch nur einen Mucks. Alle sitzen gespannt auf ihren Plätzen. Nur das Licht des Königsschiffes leitet sie. Das Piratenschiff ist nur noch eine kurze Strecke von dem anderen entfernt, dann gibt Seemannsgarn den Startschuss. Eine große Kanonenkugel schießt donnernd aus dem Kanonenrohr und dann … macht es platsch. „Seltsam“, denkt sich Seemannsgarn und gibt sofort den Befehl gleich eine ganze Salve in das Königsschiff zu ballern. Es kracht und dröhnt und am Ende kommt wieder nur das Geräusch von Kugeln die ins Wasser klatschen und mehr nicht. „Da hol mich doch der Klabautermann! Was zum Teufel ist denn hier los?“ Seemannsgarn flucht was das Zeug hält und ist stinkend sauer. „Steuermann! Volle Fahrt voraus, wir rammen das Schiff jetzt. Alle bereit zum Entern und ich will jetzt meinen Schatz und das sofort!“ Wütend stampft er über das Schiff und stellt sich an die vorderste Spitze des Bugs zu seiner Mannschaft, die ebenfalls grimmig zu allem bereit ist.

Die Segel blähen sich auf und das Schiff fährt mit voller Geschwindigkeit in das andere Schiff hinein. Doch...... es passiert nichts. Sie fahren durch ein Schiff hindurch, dass keines ist. Da ist einfach nichts, obwohl sie ein Schiff sehen, wie kann das sein? Ein Raunen geht übers Deck. Seeleute sind sehr abergläubisch und das ist eindeutig gruselig. Die Seeleute versammeln sich an Deck und betrachten erschrocken, das Geisterschiff, das da ist und dann doch nicht. Sogar Seemannsgarn weiß nicht was hier vorgeht und gibt den Befehl: „Mannschaft! Rückzug“

Auf einmal ertönt ein lautes Lachen: „Und ihr wollt Piraten sein, ha! Na Seemannsgarn fliehst du jetzt unter den Rock von deiner Mama? Du wirst mich niemals besiegen. Niemals! Merk dir meinen Namen: Anne Bonny, die mächtigste aller Piratinnen!“

Seemannsgarn schnaubt wütend und sein Kopf nimmt innerhalb kürzester Zeit die Farbe einer explodierenden Rakete an. „Freu dich nicht zu früh. Ich hol’ mir meinen Schatz zurück. Er gehört mir!“ Aus immer weiter werdender Entfernung antwortet Bonny kichernd: „Dazu musst du mich erst einmal finden und den Geisterschatz.“

Der Pirat ist außer sich vor Wut. Was ihm aber am meisten ärgert ist, dass er das Ganze nicht versteht. Das ist etwas was Seemannsgarn gar nicht leiden kann, also beschließt er bis zum nächsten Morgen zu warten und sich die ganze Sache genauer anzuschauen.

Am nächsten Morgen fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Was denkst du, was sie gemacht hat? Die wilde Bonny war wirklich sehr listig und schlau. Sie war einen Tag vor Seemannsgarn im Hafen und hat das Schiff geentert. Da sie wusste, dass er auch noch kommen würde, wollte sie ihm einen Streich spielen und hat das Bild des Königinnen-Schiffes in den Nebel projiziert. Dazu nutzte sie eine Laterna Magica. Du weißt nicht was eine Laterna Magica ist? Das ist ein altes Projektionsgerät, das auf Glas gemalte Bilder auf Wände oder eben in den Nebel hinein projizieren kann. So konnte sie das Schiff vortäuschen, ohne dass es wirklich an dieser Stelle ankert. Meinst du, das ist möglich? So hat es auf jeden Fall Seemannsgarn seinen Kameraden und den anderen Piratenkapitänen berichtet.

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