Gutenachtgeschichte mit Drache – Beefy der kleine Drache

Beefy der kleine Drache möchte eigentlich nicht Feuerspeien, da er es irgendwie nicht mag. Er hat es schon oft probiert, aber es kommt meistens nur Rauch und irgendwie ist das auch doof. Wer will heute noch Feuerspeien? Ein moderner Drache wie er! Nein, das machen doch nur die alten und er ist ja schließlich ein junger moderner Drache.

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Photo by Justin Luebke

Wie es manchmal im Leben nun mal so ist, wird Beefy dann doch Feuerspeien, obwohl er dies nicht wollte. Er kann damit etwas Gutes tun und... vielleicht, weil er sich dann auch seinem eigentlichen Problem stellt, er hatte etwas Angst vor den Erwartungen anderer und das er etwas nicht so kann wie die anderen.

In der "Gutenachtgeschichte mit Drache" werden die Kinder dazu aufgefordert mitzumachen. Sie pusten und konzentrieren sich auf ihren Atem. So wird der Vorlesetext noch intensiver erfahren.

Tipp: Eine weitere Beefy-Geschichte findet ihr hier: Schlafgeschichte – "Der Drachenkönig und das verlorene Kuscheltier".

Dauer der Gutenachtgeschichte mit Drache: ca. 8 - 10 Minuten
Alter der Kinder: 5 - 10 Jahre

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Gutenachtgeschichte mit Drache - Feuerspeien für Anfänger

„Fiep, Fiep“, ruft da eine leise Stimme. Beefy sieht sich suchend um. Da ruft doch jemand nach seiner Mutter. Und schon wieder „Fiep, Fiep“. Vorsichtig läuft er durch das hohe Gras einer Wiese. Die Sonne scheint ihm warm ins Gesicht. Überall duftet es nach Sommerblumen und ein leichter Wind bewegt die Blüten der Wiese hin und her. Langsam kommt er der Stimme immer näher.

Da! Ja, da ist ein Nest mit kleinen Küken, die die ganze Zeit nach Ihrer Mutter fiepen. Wo sie wohl gerade ist? Hungrig strecken die kleinen Küken ihm die Schnäbel entgegen. Der kleine Drache Beefy bückt sich und gräbt etwas mit seinen Pfoten in der Erde und siehe da, in dem feuchten Boden sind richtig große Regenwürmer. Beefy nimmt sie in die Hand und füttert die kleinen Küken. Sie schmatzen zufrieden und schauen ihn mit großen Glubschaugen an. Gut, dass Drachen auch Flügel haben, so haben die kleinen Vögelchen keine Angst vor ihm.

„Ja, so eine gute Tat an einem Tag, hinterlässt schon ein gutes Gefühl“, denkt er sich. Aber nun muss er weiter zu seinem Drachenvater, der wohl schon ungeduldig auf ihn wartet. Er soll mit seinen Geschwistern Feuerspucken üben. Das mag er eigentlich gar nicht, da bei ihm immer nur etwas Rauch aus dem Rachen kommt und irgendwie findet er es auch blöd. Wozu sollte ein moderner Drache heutzutage noch Feuerspucken? Das ist doch völlig von Vorgestern. Nein, sein Vater muss es jetzt endlich mal einsehen. Feuer ist für Omas und Opas und nicht für solch einen modernen Drachen wie ihn. Das muss er jetzt verstehen!

Sein Drachenvater sagt immer, Beefy würde irgendwann einmal nach ihm der Drachenkönig sein. Bis dahin müsste er zu einem großen mächtigen Drachen heranwachsen, der mit seinem gigantischen Feuerstrahl alle beeindrucken soll. Er wäre ja schließlich der Drachenprinz. Manchmal wünscht er sich einfach nur ein einfacher – nicht Feuer spuckender – Vogel zu sein, der überall hinfliegen und die Welt anschauen kann.

Widerwillig schwingt er sich in die Höhe und überfliegt die Sommerwiese. Ach ist das schön, von der Sonne gewärmt zu werden. Er gleitet mit den Windböen über die Landschaft hinweg. Dort befinden sich Blumenwiesen, Wälder, Flüsse und Seen. „So ist das Leben schön, einfach nur Fliegen und gelegentlich natürlich noch etwas leckeres zum Mampfen“, denkt er sich.

Am Drachenhof angekommen, rennen alle wie die aufgeschreckten Hühner hin und her. Sie beladen eilig verschiedene Karren mit Zelten, Essen, Spielzeug und natürlich auch mit den Zielscheiben fürs Feuerspeien. Sein Vater schaut ihn freudig an und ruft ihm zu: „Komm her mein Sohn, wir haben heute etwas ganz besonders vor.“ Missmutig stampft Beefy zu seinem Vater und denkt darüber nach, welche Möglichkeiten er nun hat, um ihm dieses blöde Feuerspucken auszureden. Bisher wollte sein Drachenpapa einfach nicht zuhören. Hmpf … er braucht eine Idee!

„Beefy, wir werden heute mit ganz vielen Menschenkindern ein Zeltlager aufbauen. Wärst du so nett und würdest du einen Transportkorb mit Sitzplätzen auf deinen Rücken schnallen. Hole bitte die Kindern aus den Dörfern ab und bring sie zu der großen Wiese am Wasserfall.“ Innerlich macht Beefy kleine Luftsprünge: „Hach, dann muss ich doch kein Feuerspeien üben. Das ist ja klasse! Mein Tag ist gerettet.“

Freudig schwingt er sich mit dem Transportkorb in die Höhe und fliegt von Dorf zu Dorf. Dort warten schon lachende Kinder auf ihn, die es kaum erwarten können mit ihm zu fliegen. Er fliegt auch extra noch eine große Runde mit den Kindern. Der Wind bläst ihm kräftig entgegen und mit seinen großen Drachenflügeln gleitet er immer höher und höher. Dann lässt er sich plötzlich in einen Sturzflug fallen, macht eine kleine Rolle in der Luft und fliegt auch gleich wieder gerade. Die Kinder auf seinem Rücken lachen und klatschen und fordern nach noch mehr Drehungen und Sturzflügen.

Völlig ausgelassen und mit viel Gelächter kommen sie nach einer Weile am Zeltplatz an. Sein Vater wartet schon ungeduldig. Aber als er die fröhlichen Kinder sieht, kann er sich ein Schmunzeln auch nicht verkneifen. Beefy hilft allen Kindern die grünen Zelte aufzubauen, bläst die Luftmatratzen auf und sorgt für Essen und Getränke.

Am Abend sitzen sie bei Mondschein in einer großen Runde auf großen flachen Steinen um eine Feuerstelle. In der Mitte des Steinkreises liegt bereits ein großer Haufen Holz, der nach oben hin eine Spitze bildet. Nun wird es Zeit für ein kleines Feuer mit vielen phantastischen Drachengeschichten, die der Drachenkönig immer gerne zu solchen Gelegenheiten erzählt. Es sind die Abenteuer seiner alten Drachenfamilie.

Die Kinder sitzen erwartungsvoll auf den Steinen und kichern schon vor Vorfreude. Doch leider macht sein Vater einfach kein Feuer an, dabei wäre es jetzt doch soooo gemütlich. Als er noch ein ganz kleiner Drache war, mochte er diese Zeit am liebsten. Aber was ist denn jetzt mit dem Drachenpapa los, warum macht er das Feuer nun nicht an? Der Drachenpapa hustet, und hustet, er scheint einfach kein Feuer anzubekommen. Ist er etwa krank? Jetzt macht sich Beefy langsam Sorgen.

Beefy steht besorgt von seinem Platz auf und geht zu seinem Vater. „Was ist los, Papa? Bist du krank? Brauchst du Hilfe?“ Der Drachenvater schüttelt nur kurz den Kopf und sagt zu Beefy:“ Mach dir keine Sorgen, ich denke ich bin nur etwas erkältet und manchmal kann ich dann auch kein Feuerspeien. Wir haben ja dicke Decken dabei. Die Geschichten können wir uns ja auch ohne Feuer erzählen.

“Beefy schüttelt innerlich den Kopf und denkt an sein leckeres Stockbrot, oder die leckeren Marshmallows, die immer so nach Karamell schmecken und so eine Geschichte am Feuer ist doch viel besser als nur mit einer dicken Decke. Wenn er doch nur helfen könnte!! Beefy grübelt still vor sich hin: „Ich bin ja schließlich ein Drache und was können Drachen gut? Ja, eben, Feuerspeien. Aber ohne Hilfe werde ich das nie schaffen. Also gut, dann muss ich es eben heute doch üben und es ist ja für einen guten Zweck. Vielleicht helfen mir ja die Kinder.“

Er bittet die Kinder ihm beim Feuerspeien zu helfen. Wenn alle mit ihm Pusten wird es bestimmt klappen. Also atmen alle Kinder ein und pusten dann kräftig die Luft wieder aus. Bei Beefy qualmt es etwas, aber Feuer kommt noch nicht heraus. Also nochmal ganz kräftig einatmen und wieder auspusten. Schon wieder nur etwas Rauch. „Einfach nicht aufgeben“, denkt er sich.

Die Kinder helfen ihm weiter und atmen wieder ganz tief ein und wieder aus. „Ja, da ist es!“ Es wird in seinem Hals, nein, in seinem ganzem Körper immer wärmer und wärmer. Er kann die Wärme sogar in den Füßen spüren, sie wandert hoch in die Beine, in den Bauch, auch in die Brust und dann noch wärmer in den Hals und aus seinem Mund kommt eine große heiße Flamme.

Voller Begeisterung klatschen die Kinder in die Hände und freuen sich. Sein Vater klopft ihm anerkennend auf die Schulter und schmunzelt leise vor sich hin. Beefy ist so begeistert, dass er es kaum fassen kann. „Ich kann Feuerspeien!“ Es ist doch leicht und irgendwie war es nicht so schwer wie er immer gedacht hatte.

Schnell zündet er das große Lagerfeuer an und alle kuscheln sich drumherum. Das Holz knistert und knackt und wärmt den ganzen Platz auf. Die Flammen werfen verschiedene Schattenbilder, dass alleine die Schatten schon an Drachen erinnern. Die kleineren Kinder rücken etwas an die älteren heran.

Jetzt können die Drachengeschichten beginnen. Der Drachenvater erzählt von längst vergangenen Zeiten und Abenteuern. Kämpfen mit großen Rittern und ihren Lanzen, aber auch von wunderschönen Frauen mit goldenen Haaren. Von fernen Ländern und den bestandenen Abenteuerreisen. Aber auch von Rätseln, die bis heute nicht gelöst sind. Die Kinder lauschen mit großen Augen und Beefy mampft dabei sein Stockbrot und ist stolz auf sein Lagerfeuer, dass er angezündet hat. Irgendwann spät in der Nacht legen sich die Kinder dann schlafen und Beefy wird über sie wachen.

Weitere Texte für diese Altersgruppe findest du hier:

 

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Hier flattern zwar keine Drachen in der Gegend herum, aber tolle Infos:

Unser Backrezepte-Blog für die süßen Sünden im Leben.

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