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Froschfreunde – Einschlafgeschichte für große und kleine Träumer

Federico findet den Teich, in dem er lebt, super gut. Jeden Abend rockt er mit seinen Freunden den Teich und lässt es sich so richtig gut gehen. Wäre da nicht diese blonde Prinzessin, die jeden Frosch küssen möchte. Aber nicht mit ihm, denkt er sich, und hält schön Abstand. Doch eines Tages wird er in einen Eimer gesetzt und landet in einem anderen Gewässer. Zu seinem „Unglück“ ist diese Prinzessin schon wieder da. Es kommt alles ganz anders als gedacht und am Ende haben sich beste Freunde fürs Leben gefunden. Lest einfach diese witzige Geschichte, sie regt auch etwas zum Nachdenken an.

Vorlesedauer: 18 Minuten
Altersgruppe: Kinder und Erwachsene (ab 4 Jahren bis 100)

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Witzige Froschgeschichte zum Einschlafen - Froschfreunde

„Uff, die schon wieder“, seufzt Federico, Prinz von den alten Landen. Genervt rollt er die Augen und hüpft mit einem Satz in tieferes Gewässer. Seit Tagen ist diese goldgelockte Prinzessin auf Froschfang. Ja, ihr habt richtig gelesen, die Prinzessin sucht einen Frosch. Warum, werdet ihr euch fragen. Das ist doch sonnenklar. Sie hat in einem alten Märchen gelesen, dass man nur einen Frosch küssen muss, und schon wird er zu einem wunderschönen Prinzen.

Die Frösche nehmen schon Reißaus, wenn sie sie nur von weitem sehen. Ist ja auch kein Wunder, wer will schon von einem hässlichen Menschen abgeknutscht werden.

Zugegeben, Federico ist tatsächlich ein Prinz und er wurde von so einer alten hässlichen, mit Warzen behangenen Hexe zu seinem Frosch-Dasein verdammt. Nur der Kuss der reinen Liebe würde ihn wieder zu einem Prinzen werden lassen. Aber mal ganz ehrlich, wer will schon tagein und tagaus so viel schuften als Mensch. Diese ewige Plackerei: Mal repräsentieren hier und auch mal da. Huldvoll die eigene Gunst verschenken und wie ein gepuderter Affe im Ballsaal die Tanzbeine schwingen. Wisst ihr, wie öde das ist?

Dann kommen noch all diese Prinzessinnen und wollen, dass man sie heiratet. Als wenn das Leben nichts Besseres zu bieten hätte, als diesen einen Tag. Was passiert dann? Ist man auf ewig glücklich? Federico ist sich sicher: so eine goldgelockte aufgeplusterte Prinzessin soll bitte einen großen Bogen um ihn machen. Nachdenklich paddelt er weiter durch den Teich und nach all seinen Überlegungen kommt er immer wieder zum gleichen Ergebnis: „Hey, mein Leben ist toll. Das beste, was mir passieren konnte, war diese hässliche Hexe.“

Er schnappt sich einen Grashalm, dreht ihn paar Mal vor sich her und steckt in dann genüsslich in den Mund, während er sich auf den Rücken dreht und sich im Wasser treiben lässt. Heute Abend findet wieder ein Froschkonzert statt. Die anderen üben schon heftig auf ihren Instrumenten. Es ist noch alles etwas schräg und der eine oder andere trifft den Ton nicht, aber hey, wenn interessiert’s? Wichtig ist doch, wie viel Spaß sie alle haben. Und den haben sie, definitiv.

Langsam wird es dunkel und die Sonne färbt den Himmel in schöne Rottöne. Genau richtig, um mal wieder Gitarre zu spielen. Es juckt ihn schon gewaltig in den Fingern. Abrocken und dazu noch ein paar Gläschen Froschblubber und die Welt ist in Ordnung.

Federico hüpft von Seerose zu Seerose und kann schon den Takt in seinen Beinen spüren. Einige zupfen bereits an den Gitarrensaiten und sogar an einem Cello, um sich langsam einzuspielen. Andere haben Trompeten und Trommeln vor sich und üben auch darauf los. Es ist noch ein wildes Gequietsche und grausam zu den geübten Musiker-Ohren. Doch mit dem Hereinbrechen der Nacht, hat ein jeder seinen Ton gefunden. Dann kommen die Glühwürmchen, die in einem sicheren Abstand alles beleuchten und so manche Grille zirpt freudig im Takt mit. Es ist herrlich, den Sound zu spüren, denkt sich Federico.

Doch heute sollte es ganz anders kommen als üblich. Federico steigt mit einem Gitarrensolo ein und die anderen folgen ihm darauf mit ihren Instrumenten. „Ja, das ist der Beat, genauso ist er fantastisch!“, ruft er voller Begeisterung. Auf einmal verstummen alle, während er mit geschlossen Augen weiter an seiner Gitarre zupft. Nanu, was ist denn jetzt los, denkt er sich, öffnet seine Augen und plötzlich steht da eine Schildkröte.

Alles ist ruhig und ein jeder von den Fröschen fragt sich gerade, fressen Schildkröten Frösche? Sollten wir flüchten? Da greift die Schildkröte schwungvoll auf den Rücken und holt eine Geige hervor. Ehe man sich versieht, spielt sie ein ganz wildes und schon fast etwas verrücktes Solo und den anderen bleibt einfach nur der Mund offenstehen. Eine Geige spielende Schildkröte – geht das überhaupt? Offensichtlich.

Aber Musiker sind ja schon von Geburt an lässig, überlegt Federico. Na, dann mal los und ohne viel darüber nachzudenken wird weitergespielt und alle haben ihren Spaß. Am Ende des Abends wird noch etwas gefachsimpelt und anschließend schön entspannt eine Runde geschlafen.

„Gähn, war das ein toller Abend. Jetzt ein kleines Frühstück und schon kann das Ausruhen weitergehen“, denkt er am nächsten Morgen und hüpft über die Gräser des Teiches hinweg. Gerade als er eine leckere Fliege entdeckt und die Zunge nach ihr ausstreckt, bewegt sich ganz schnell ein dunkles Etwas auf ihn nieder. „Halt, stopp, was ist hier los?“, schreit er voller Verzweiflung, denn er weiß nicht, wie ihm geschieht.

Schwungvoll wird er aufgehoben und in einen Eimer verfrachtet. „Ich bin gefangen, Hilfe ich bin gefangen worden!“ quakt er in voller Lautstärke, doch der menschliche Froschfänger reagiert nicht. „Hallo, ich bin ein Prinz, ihr könnt mich nicht einfach so fangen. Was soll das? Lasst mich sofort frei!“ Doch der Mensch hört nur „Quak, Quak und Quak”.

„Ich brauche einen Übersetzer. Gibt es eigentlich einen Menschen, der Fröschisch spricht?” fragt er sich und macht sich ganz klein in seinem Eimer.

Auf einmal poltert es etwas und er spürt, dass der Eimer hochgehoben wird. Leicht wippt der Eimer hin und her und Federico wird schon ganz seekrank. Wäre er nicht sowieso schon grün im Gesicht, dann wäre er es jetzt ganz bestimmt. Er bläst die Backen auf und atmet ganz tief ein und aus. So hat er das mal in einem Entspannungskurs in seinem früheren Leben gelernt. Also nochmal ganz tief ein und ausatmen. Wie war das noch gleich? Ach ja, 4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten und dann 8 Sekunden ausatmen. Jetzt nochmal einatmen zählen, anhalten zählen und dann ausatmen zählen. Ja, doch. Es lenkt ihn zumindest ab, wenn er mal so in sich reinfühlt, scheint es zu klappen.

Der Eimer wird rumpelnd auf dem Boden abgestellt. Dann hört Federico ein leises Rascheln und das Netz eines Käschers wird über ihn gestülpt. Mit schwungvollen Schritten wird er zu einem Teich getragen und dort sachte abgesetzt. „Und was sollte das jetzt?“, fragt er sich verärgert und quakt seine Beschwerde lauthals raus. Große Kulleraugen schauen ihn von der Seite an, während er zornig den Menschen anquakt, der ihn so rücksichtslos entführt hat.

„Hallo, ich bin Emilia von Glücksenstein“, hört er die sanften Kulleraugen sprechen. Natürlich sprechen nicht die Kulleraugen, sondern eine adrette junge Froschdame, aber er hat sie bereits so getauft. Sie hat die schönsten Froschaugen, die ein Frosch je gesehen hat. Völlig verdutzt schaut er sie an und nur ein dumpfes „Quak” entweicht seinem Mund.

Dann kommt nochmals ein „Hallo!“ und ruhig schaut sie ihn wieder an. „Von Glücksenstein? Du bist adelig? Und soooo wunderschön!“, rutscht ihm noch zusätzlich raus und er kann nichts anders als sie mit einem breiten Grinsen anschauen.

Verlegen schaut sie zur Seite, öffnet dann ein Auge nach dem anderen und man könnte meinen, dass sie sogar errötet. „Ich bin eine verwunschene Prinzessin und lebe seit Jahren hier im Teich. Als ich dich sah, dachte ich mir, dass du irgendwie anders bist. Wie ist dein Name?“. „Äh, na ja, ich bin Federico, Prinz von den alten Landen und die hässliche Warzenhexe hat auch mich erwischt. Ich habe sie damals ziemlich schlecht behandelt und mich über sie lustig gemacht. Ich verglich sie mit einem alten glibberigen Frosch. Das Ergebnis siehst du ja jetzt.“

Verständnisvoll nickt Emilia und seufzt: „Ich war damals ziemlich hochnäsig und ich sagte ihr, als sie meine Wege kreuzte, so eine hässliche Person gehörte in einen Froschteich und dürfe meine Schönheit mit ihrer Anwesenheit nicht beschmutzen. Ich war schneller in einen Frosch verwandelt als ich schauen konnte“.

Kurze Zeit starrt jeder vor sich her, bis Emilia plötzlich herannahende Schritte hört: „Wir müssen hier weg. Dort kommt dieses blonde Biest von Prinzessin und nervt wieder alle.“ Federico schaut sich um und ruft verdutzt: „Was, hier auch? Bei uns kommt die auch ständig vorbei und will alle abknutschen. Die ist ja die reine Pest!“. Zustimmend nickt Emilia und mit einem Hüpfer sind sie auch schon im Teich verschwunden. Hinter den Grasbüscheln lässt es sich gut verstecken.

Nach einer Weile kommt das Mädchen auch zum Teich geschlendert und stolpert hinter jedem Frosch hinterher, von dem sie denkt, er könnte ein Prinz sein. Als Federico sie so betrachtet, tut sie ihm auf einmal sehr leid. „Warum macht sie das nur?” fragt er sich und beobachtet dabei ihr Gesicht.

Irgendwas hat sie an sich. Eigentlich ist sie ganz hübsch. Emilia berichtet ihm, dass das Mädchen verzweifelt ist. Die anderen Mädchen ihres Standes ärgern sie bei jeder Gelegenheit und Freunde konnte sie bisher keine finden. Sie fühlt sich einfach nur einsam. Deshalb ist sie fest davon überzeugt, dass ein toller Prinz ihr Ausweg wäre. Wie in den Märchen geht sie davon aus, ein Prinz käme mit hocherhobenem Kopf auf seinem weißen Ross daher und würde sie retten. Alle würden sie beneiden und wären dann froh, Freundschaft mit ihr schließen zu können.

Traurig sitzt sie nun am Teich und weint bitterlich. Keiner der Frösche hat sich gerne fangen lassen und keiner wurde durch den Kuss zum Prinzen. Sie hat sich schon so viele Frösche fangen lassen, dass der Teich bald überfüllt sein wird. „Einer, ja einer, würde mir genügen“, seufzt sie verzweifelt. Emilia und Federico schauen sich an und hüpfen dem eigenen Instinkt folgend auf ihren Schoß. „Na, ihr zwei? Ihr seid sicherlich auch keine Prinzen. Aber lieb seid ihr und so zutraulich“. Vorsichtig streichelt sie über die Haut eines jeden Frosches, gerade mal so leicht, dass sie kaum berührt werden.

Am nächsten Tag kam das blonde Mädchen wieder zum Teich und für die beiden Frösche hat sie sogar etwas Futter dabei. Ihre zwei neuen Freunde kommen sogleich zu ihr gehüpft und bleiben geduldig an ihrer Seite. „Wisst ihr, mein Name ist Fee, ja wie eine Fee. Meine Mutter wollte mir nur das Beste im Leben mitgeben und im Namen, so sagt sie, steckt auch ein kleiner Fingerzeig des Lebensplans. Na ja, davon habe ich bisher noch nichts erlebt. Die anderen Kinder sind gemein zu mir und sagen fiese Sachen.“ Fee redete und redete, den ganzen Tag. Von Zeit zu Zeit weinte sie auch und als der Abendhimmel alles in sanfte Tönte taucht, war es ihr leichter ums Herz. Freudig bedanke sie sich bei ihren beiden Zuhörern und schlendert ins Schloss zurück.

Tagein und Tagaus wiederholen sich diese Treffen. Irgendwann im Laufe der Zeit beginnen die drei miteinander zu spielen. Sofern es mit zwei Fröschen möglich ist. Fee hat bei jedem Treffen einen kleinen golden Ball dabei. Nein, nicht aus Gold, mal ehrlich, wer kann so eine schwere Kugel schon fangen. Der Ball ist einfach nur golden angepinselt worden.

Sie nennt ihre zwei Frösche jetzt meine verzauberten Prinzen. Mal davon abgesehen, dass Emilia eigentlich ein Mädchen ist, finden sie den Gedanken ganz lustig, wie nah Fee der Wahrheit ist, ohne es zu wissen. Das tolle ist, dass die zwei Frösche die Menschensprache noch verstehen, leider aber nicht mehr sprechen können und nur rumquaken. Sie machen das zwar voller Enthusiasmus und es wäre auch toll, wenn Federico ihr etwas auf der Gitarre vorspielen könnte. Aber hier in diesem Teich spielt keiner der anderen ein Instrument. So gesehen, ist es für alle drei eine vorteilhafte Sache. Ansonsten wäre es den Fröschen richtig langweilig.

„Tja, was machen wir nun?“, fragt Federico seine Freundin Emilia eines Tages. „Es kann ja nicht ewig so weitergehen. Wir müssen etwas tun und ganz ehrlich, langsam langweilt mich das Froschdasein. Im anderen Teich war richtig was los. Wir hatten jeden Abend eine Party und fast alle haben mitgefeiert. Was meinst du, sollen wir wieder zu einem Mensch werden?“

„Puh, wie stellst du dir das vor? Dazu brauchen wir jemanden, der uns aufrichtig liebt. Liebst du mich bedingungslos und aus tiefstem Herzen?“ fragte Emilia mit einem leichten Unterton des Zweifels. Federico schaut erstaunt und grinst über beide Backen: „Na ja, du bist der schönste Frosch weit und breit. Deine Augen sind tiefer als der klarste Bergsee und deine Haut ist so wunderbar glitschig, dass ich vor lauter Verzückung nur dich lieben kann“. Und mit den letzten Worten verfällt er in lautes Lachen und hält sich dabei den Bauch. Sofern ein Frosch lachen kann, ist dies mit einem Aufblasen und Blubbern im Gesicht zu vergleichen.

Emilia rollt genervt die Augen und denkt sich ihren Teil. Na ja, schön wäre es schon gewesen mal so richtig von jemanden geliebt zu werden. Vielleicht hätte sie dann auch Schmetterlinge im Bauch. Aber Federico ist vor allem ihr bester Kumpel und vielleicht ist das auch gut so. Dann muss halt eine andere Lösung her, grübelt sie.

„Ja! Das ist es“, ruft sie ganz laut. Fragend schaut Federico sie an. „Wir müssen zur Hexe. Da wir beide von ihr verzaubert wurden, kann sie auch Fee zu einem Frosch verzaubern und wir alle leben dann im anderen Teich. Wie wäre das? Oder möchtest du lieber als Mensch wieder gepudert und mit Perücke auf diese langweiligen Hof-Bälle gehen? Ich finde das Froschsein toll!“ Federico schaut zuerst verdutzt und grübelt kurz darüber nach. Dann springt er auf. „Ich hab noch eine Idee!“, ruft er lauthals.

Die beiden können ja zum Glück noch die Menschensprache und sie auch noch schreiben. Zur Probe holen sie sich ein kleines Holzstück, tauchen es in den Schlamm und schreiben ein Wort auf einen Stein. Es ist recht mühsam, aber wenn man etwas wirklich will, dann kann man das auch erreichen. Davon sind jetzt beide felsenfest überzeugt.

Was ist das nur für Glücksfall, dass die Hexe daran nicht gedacht hatte! Sie wird aber Fee garantiert nicht einfach so verzaubern wollen. Und sie müssen auch Fee noch davon überzeugen. Also muss zumindest für die Hexe eine List her, damit sie auch tut, was sie wollen. Wichtig ist auch, dass sie alle wieder in den anderen Teich kommen. Hier ist das Leben trüb und trist. Federico will zu seinen Freunden zurück und vielleicht auch zur lustigen Schildkröte.

Voller Aufregung warten sie, bis Fee wieder an den Teich kommt. Als sie fröhlich mit dem winzigen Goldball in der Hand am Teich steht, staunt sie nicht schlecht, da stehen die beiden Frösche, mit einem Hölzchen in der Patschehand und auf einem großen Stein neben ihnen steht das Wort „Papier” geschrieben. Fee braucht ein paar Momente, um zu verarbeiten, was sie da sieht. Dann aber trifft sie die Erkenntnis wie eine Wasserbombe von oben. Schnell eilt sie davon und holt das Papier und zur Sicherheit noch ein paar Stifte.

Freudig begrüßen die Frösche ihre Freundin und zugleich kratzen sie mühsam mit den Stiften über das Papier. Kannst du dir vorstellen, wie schwer es ist als Frosch zu schreiben? Dies ist ganz schön harte Arbeit. Früher hätte Federico jegliche Form von Anstrengung gemieden, aber heute geht es um seine Freundin Fee und die will er nicht enttäuschen. Emilia sitzt auf dem Papier, damit es nicht wegrutscht und Federico umarmt den Stift und schiebt ihn mit der Spitze über das Blatt.

Nach einer wirklich anstrengenden Zeit haben die beiden Frösche es endlich geschafft einen kleinen Brief an ihre Freundin zu verfassen. Darin fragen sie Fee, ob sie bereit wäre auch ein Frosch zu sein, um mit ihnen zusammen im anderen Teich zu leben. Sie wüssten, wie man das bewerkstelligen könnte, aber zunächst fragen sie sich, ob Fee sich das überhaupt vorstellen könne.

Fee ist völlig erstaunt und bittet die Frösche um Bedenkzeit. Ein Leben als Frosch? Sich von Mücken und anderen Insekten ernähren? Wie ist das im Winter und was ist vor allem mit Mama und Papa? So viele Fragen – darauf kann sie jetzt nicht gleich antworten.

Doch es gibt noch eine viel wichtigere Frage: Warum können ihre zwei Frösche schreiben? Sind sie vielleicht doch verzauberte Prinzen? Nachdenklich schlendert Fee nach Hause. Dort angelangt, begibt sie sich gleich in ihr Zimmer und grübelt bis in die Nacht hinein. Am nächsten Tag weiß sie noch immer keine Antwort. Wer will schon ein Frosch sein, ist das wirklich so toll? Sonst würden die anderen zwei ihr das nicht vorschlagen, oder? Vielleicht bin ich ja auch komplett verrückt geworden?

Die Prinzessin grübelt drei Tage lang über ihrem Problem. Die Königin beobachtet sie aus der Distanz und sie spürt, dass etwas mit ihrer Tochter nicht stimmt. „Liebe Fee, was ist los mit dir, hat eines der anderen Kinder dich wieder geärgert?“, fragt sie mit einer einfühlsamen Stimme. „Ach Mama, du weißt ja, dass ich fest davon überzeugt bin, dass ich bald meinen Froschprinzen treffe. Jetzt habe ich zwei Frösche in meinem Teich, mit denen ich jeden Tag spiele. Stell dir mal vor, die haben mir jetzt einen Brief geschrieben. Schau mal“.

Verwundert nimmt die Königin das Papier in die Hände und liest. „Erstaunlich, da scheinen wirklich zwei verwunschene Seelen in unserem Teich zu leben. Weißt du was, ich habe da eine Lösung. Wir verwandeln sie zurück“. Voller Begeisterung klatscht sie in die Hände und ehe man sich versah, war sie schon in den endlosen Gängen des Königshauses verschwunden. Verdutzt schüttelt Fee den Kopf und schlendert wieder zum Teich.

Dort wird sie schon sehnlich erwartet. Die beiden Frösche kommen mit lautem Gequake aus dem Wasser gehüpft und Fee setzt sich zu ihnen nieder. „Wisst ihr, ich habe mir das jetzt lange überlegt. Ich will kein Frosch sein und ich bin mir sicher, dass ihr zwei keine normalen Frösche seid. Ihr seid doch zwei verwunschene Menschen, welches Standes auch immer, aber ich hätte da einen Vorschlag. Wie wäre es, wenn ihr wieder in eure alte Gestalt wechseln könntet? Ich habe es meiner Mutter berichtet und sie weiß eine Lösung. Sie wird sicherlich bald wieder zurück sein. Wollt ihr wieder eure alte Gestalt zurück?“ fragte Fee ernsthaft die zwei Frösche, die ihr ruhig zugehört haben.

Federico und Emilia schauten sich in die Augen und eine kleine Stimme in ihnen sagte: „Ja, tu es!“ Federico mochte sein Leben im alten Teich, doch es wurde ihm bewusst, dass er irgendwann seine alten Freunde und seine Familie wiedersehen möchte. Emilia ging es ähnlich und sie nickte sehr deutlich. Federico tat es ihr gleich.

Nach einer Weile kam die aufgeregte Königsmutter mit einem Bündel Kleidung und einer ziemlich hässlichen alten Frau mit vielen Warzen zum Teich. Ihr werdet es euch denken können. Es war die Hexe, die den ganzen Schlamassel angerichtet hatte. Die beiden Frösche senkten traurig ihr Haupt, aber die Hexe lächelte gütig. All ihre Runzeln und Warzen waren auf einmal verschwunden und es stand eine strahlende Gestalt vor ihnen.

Erstaunt blickten alle die Hexe an, die ihren Zauberstab schwang und mit wundervoller Stimme seltsame Worte sprach. Ein Ruck ging durch die zwei Froschkörper und den beiden wurde es etwas schwindelig, doch eh sie sich versahen, standen sie splitterfasernackt als Menschen vor den anderen. Die Königin schmunzelte und gab ihnen gleich etwas zum Bedecken.

Die alte Hexe, die nun eine schöne Fee war, verabschiedete sich mit den Worten: „Ihr wart zwei garstige Menschen und hattet ein Leben als Frösche verdient. Aber es gibt immer die Möglichkeit, sich zu ändern. Mit eurem früheren Stolz, der Eitelkeit und Arroganz wärt ihr im Leben nur einsam gewesen. Nun habt ihr einander gefunden und in kleinen Fröschen sind große Herzen gewachsen. Betrachtet es als Geschenk und haltet aneinander fest. Seid für den anderen da und stützt euch. Freundschaften können das Leben so wundervoll machen.“

Kaum waren die letzten Worte gesprochen, war sie schon wieder eine alte hässliche Hexe, die auf ihrem krummen Stock gebeugt von dannen ging. Die Königin stützte sie auf ihrem Weg und plauderte angeregt mit ihr. So ist das mit Schwestern, die sich nur selten sehen.

Unsere drei Freunde hielten sich gerne an den Rat der weisen Frau und waren bis zum Ende der Zeit befreundet. Und darüber hinaus.

Wenn du magst, dann lass jetzt deiner Fantasie freien Lauf. Konzentriere dich nur auf deine eigenen Bilder. Sie kommen und gehen, ganz so wie du es selbst möchtest.

Höre dabei der sanften Musik im Hintergrund zu. Die Töne führen dich jetzt in einen entspannten Schlaf. Sanft, ganz sanft umschmeicheln die Klänge deine Sinne, während du immer tiefer in die Entspannung sinkst.

Bilder kommen und gehen. Vielleicht siehst du in deinen Träumen alte Königreiche und erlebst ihre Geschichten. Lass deine Fantasie frei fliegen und vielleicht träumst du auch davon, dass du an einem Teich sitzt und einem Froschkonzert zuhörst. Wer weiß, vielleicht ist doch ein verwunschener Prinz oder eine Prinzessin dabei? Alles ist in deinen Träumen möglich, hier darfst du alles sein, was du möchtest.

Jetzt kuschle dich nochmals so richtig ein. Spüre die weiche Decke und dein Kissen in deinem Bett. Lausche deinem Atem, wie er ganz natürlich ein- und ausfließt. Spüre, wie dein Oberkörper und dein Unterkörper sich bei jedem Atemzug bewegen.

Ruhig wird es langsam in deinem Zimmer. Die Nebengeräusche verschwinden zu einem Hintergrundrauschen. Wohlig entspannt kannst du nun in einen tiefen Schlummer gleiten.

Träume einen wundervollen Traum und freue dich auf den kommenden Tag.

 

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