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Spannende Kindergeschichte – Keleth, der große Held – Teil 15 aus der Lia-Reihe

Lia und ihre Freunde sind wieder im Traumland unterwegs und entspannen gerade, als eine Gruppe Zentauren im wilden Galopp zu ihnen stoßen. Eine ganz wichtige Hängebrücke ist abgestürzt und sie brauchen die Hilfe der Kinder, um sie wieder zu reparieren. Da die Kinder recht leicht sind, können sie die Seile von einem Ende zum anderen tragen. Gesagt, getan, doch da geht einiges schief. Zum Glück war der Drache Keleth in der Nähe und konnte einen der Freunde retten. Diese spannende Kindergeschichte ist etwas aufregender als die anderen, aber dafür auch sehr fesselnd.

Tipp: Eine weitere spannende Kindergeschichte findet ihr hier -
Spannende Geschichte für Kinder – Lia und der Sturm auf dem Bibersee – Teil 7
Die Lia-Kindergeschichten beginnen mit diesem ersten Teil: Feengeschichte – Lia und die Traumfee
Hier findet ihr den vorherigen Text:

Vorlesedauer: 15 Minuten
Altersgruppe: 4 - 9 Jahren (Kindergarten und Grundschule)

Spannende Kindergeschichte mit Drachen

Mein Buchtipp:

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Spannende Kindergeschichte – Rettung in letzter Sekunde – Keleth der große Held

Die Fee Sonnenstern ist heute Abend wieder mit dem kleinen Mädchen Lia im Traumland unterwegs. Jedes Mal, wenn Lia nachts die Äuglein schließt, ist auch schon ihre Fee an ihrer Seite, um mit ihr die tollsten Abenteuer zu erleben. Dort hat sie viele Freunde gefunden, die du auch hier kennenlernen darfst.

Da saßen sie nun! Auf der großen Blumenwiese und genossen die Ruhe, beobachteten kleine Wiesenfeen und Schmetterlinge und freuten sich an dem schönen Tag. Plötzlich hörten sie herannahendes Pferdegetrappel. Lia und ihre Freunde schauten sich um und eine Staubwolke kam auf sie zu. Die Traumfeen flatterten zu den Kindern und jede fragte sich, was sich da wohl näherte.

Unmittelbar vor der kleinen Gruppe hielten sie an. Zentauren! So nahe hatten sie diese Zauberwesen noch nie gesehen. Sie ähneln Pferden, haben aber den Oberkörper, die Arme und den Kopf eines Menschen.

Stolz, groß und kriegerisch standen sie vor ihnen. Jeder Zentaur trug Pfeil und Bogen. „Die sehen jetzt aber nicht freundlich gesinnt aus! Was haben die denn mit uns vor?“, fragte sich Lia. „Wow, echt klasse! Das würde mir auch gefallen, ein Zentaur zu sein. So cool sehen die aus! Was die wohl alles können?“, fragte sich Tobi. „Soll ich auf sie zugehen und sie begrüßen? Warum schauen die uns denn so lange an?“, fragte sich Sophie.

Ein Zentaur trat vor und sprach: “Hallo, ich bin Elk, das sind Tamo und Daikin. Falls wir euch erschreckt haben, tut es uns leid. Wir bedürfen eurer Hilfe. Zauberer Garor sagte, ihr wärt tapfer und furchtlos“. Die Kinder schauten sich überrascht an. Tapfer und furchtlos? Was kam denn da wieder auf sie zu? „Ein neues Abenteuer mit den Zentauren? Wie unglaublich wäre das denn!“, freute sich Tobi.

Lia nahm allen Mut zusammen und trat vor: „Hallo, ich bin Lia, das sind Sophie und Tobi und die Traumfeen kennt ihr ja sicherlich?“. Die Zentauren nickten freundlich den Traumfeen zu, diese lächelten zurück. „Wie können wir euch denn helfen?“, fragte Lia.

„Beim letzten Energiesturm wurde unsere magische Hängebrücke über der Schlucht der Verlorenen zerstört. Nur über diese Brücke kommen wir zu unseren Brüdern, die dort auf der anderen Seite leben. Diese Brücke wurde im Laufe der Ewigkeit immer wieder durch den Sturm zerstört und meist helfen uns die Elfen mit den Drachen bei der Reparatur.

Wir stehen in deren Schuld seit vielen Malen und wollten die ehrenwerten Elfen nicht schon wieder bitten uns zu helfen. Die Brücke hat einen Holzboden und Taue halten sie von unten. Auch seitlich sind Seile zum Halten angebracht und darüber hinaus sichert sie ein Schutz aus Zauberwerk.

Die Schlucht ist sehr tief und hat außerdem ein Portal zur Anderswelt. Dieses öffnet sich manchmal bei einem Energiesturm und entzieht Magie aus unserer Welt. Dieses Mal wurde so viel Energie entzogen, dass die Brücke einstürzte.

Normalerweise flogen dann die Drachen mit den Elfen, mit Tauen im Gepäck, auf die andere Seite und befestigten sie, dann konnten wir mit dem Aufbau beginnen. Nun, deswegen sind wir jetzt hier.

Wir bitten euch, die Taue auf die andere Seite zu bringen. Wir werden Pfeile mit Widerhaken hinüberschießen und unsere Brüder auf der anderen Seite befestigen diese. Mit genügend Seilen können wir diese miteinander verflechten und ihr könnt darauf laufen und uns die dicken Taue auf die andere Seite bringen. Wir und die meisten anderen Wesen sind leider zu schwer, aber ihr hättet das richtige Gewicht und trotzdem genügend Stärke, die Taue zu tragen. Deswegen kamen wir zu euch. Würdet ihr das tun?“, sprach Elk.

Die Kinder schauten sich etwas beklommen an. „Auf Seilen über eine tiefe Schlucht balancieren? Was meint ihr?“, fragte Lia. Bisher war ihnen im Traumland noch nie etwas passiert. Immer kam Hilfe, wenn auch manchmal nur im letzten Moment, aber sie hatten Vertrauen und stimmten zu.

„Ihr könnt auf unseren Rücken steigen, so kommen wir schneller voran“, sprach Daikin. Die Zentauren hoben die Kinder hoch und schon ging es im schnellen Galopp los. Nach einer Stunde standen sie vor der Schlucht. Es gab tatsächlich nur diese eine Möglichkeit, auf die andere Seite zu kommen. Die Zentauren hatte keinen anderen Zugang, da steil nach oben ragende Felsen den Weg versperrten.

„Elk, warum heißt die Schlucht so? Schlucht der Verlorenen?“, fragte Lia. „Nun, es kam im Laufe der Ewigkeit vor, dass Zentauren abstürzten. War das Portal zur Anderswelt offen und er fiel hinein, konnte er nicht mehr zurück. Wir können nicht in den Welten wandeln, wie ihr. Was übrigens auch ein Grund war, dass wir euch gefragt haben“, sagte er. „Könnten wir denn abstürzen?“, fragte Tobi. „Wir werden alles tun, damit das nicht passiert“, erwiderte Tamo.

Wieder blickten sich die Kinder an. War diese Aufgabe zu schwer für sie? Könnte ihnen doch etwas geschehen? Abstürzen und im Portal verschwinden? Es kam etwas Unruhe auf. Da trat Tobi vor und sagte: „Jetzt sind wir hier und dann werden wir euch auch helfen. Ich werde als erster über die Seile gehen!“. Die Mädchen und die Feen sahen ihn stolz an. Tobi liebte Abenteuer und sich als Erster zu melden, zeugte schon von ganz viel Mut.

Mittlerweile fanden sich noch mehr Zentauren mit Pfeil und Bogen ein. Große Taue lagen schon bereit und eine gewisse Anspannung war bei allen bemerkbar. Die Zentauren stellen sich in einer Reihe auf und spannten ihre Bögen mit Pfeilen, an denen Seile befestigt waren. Auf der anderen Seite der Schlucht konnten sie auch Zentauren sehen, die bereits warteten.

Dann schwirrten die Geschosse los. Die Seile flogen über die Schlucht, wie ein Netz, das sich darüber spannte. Die kleine Gruppe konnte sehen, wie die Pfeile aus dem Boden gezogen und in Windeseile verknüpft und verflochten wurden. Es gab vier große Stränge, die eng aneinander zusammengebunden wurden. Nun war Tobi an der Reihe.

Er bekam ein großes Tau, das er ständig nachgereicht bekam. Er musste es nicht ziehen. Es wurde ihm um Rumpf und Schultern gebunden, sodass er mit freien Armen losgehen konnte. Der erste Schritt mit Blick in die Tiefe war der Schlimmste für ihn. Würde die provisorische Brücke für ihn halten? Sie schaukelte etwas und er ging bedächtig Schritt für Schritt voran. Wurde das Schaukeln zu stark, ging er in die Knie und wartete ab, bis sich alles beruhigt hatte. Eine gefühlte Ewigkeit dauerte es, bis er auf der anderen Seite ankam. Jubel brach los und Tobi blickte stolz zu den anderen Kindern.

So angespornt und euphorisch meldete sich Sophie als Nächste. Auch ihr wurde das Tau umgebunden und sie trat mutig auf die Brücke aus Seilen. Wie Tobi war sie tapfer und mutig beim Überqueren der Schlucht. Erleichtert trat sie zu Tobi, während die Zentauren ihr zujubelten.

Nun machte sich Lia bereit. Mit dem Tau auf dem Rücken trat sie auf die Seile. Ein leichtes Schaukeln, abwarten und weiter ging es. Als sie die Mitte der Brücke erreicht hatte, fing ein Grollen an. Erschrocken blickten alle in die Tiefe. Das Grollen nahm an Stärke zu und die Brücke schaukelte mehr und mehr. Lia saß auf den Knien und wartete ab. Zu dem Grollen kam ein Vibrieren und Pfeifen hinzu.

Plötzlich schrien alle Zentauren auf: „Das Portal hat sich geöffnet. Sie ist verloren! Sie wird hineingezogen“. Tobi und Sophie, die am Rand der Schlucht standen, bekamen Angst, es kribbelte im ganzen Körper. Ihre Beine waren wie Gummi. Sie konnten sich kaum noch auf den Beinen halten. Ein Gefühl absoluter Ohnmacht überkam sie. Wie konnten sie ihrer Freundin nur helfen? Sie blickten alle Zentauren in ihrer Nähe an, sahen aber nur Furcht und Entsetzen.

Lia spürte einen Sog. Die Brücke fing stärker an zu schaukeln. Um sich besser halten zu können, schob sie das schwere Tau vom Rücken, das schon teilweise nicht mehr hinter ihr auf der Brücke lag und sie mit seinem Gewicht nach unten zu ziehen drohte. Mit beiden Armen klammerte sie sich jetzt liegend an den Seilen fest. Da rissen schon die ersten Seile. Die Zentauren sprangen herbei, um sie zu halten, aber es war zu spät. Sie versanken in der Tiefe.

Tobi und Sophie schauten völlig erstarrt dem Unglück zu. Die Traumfeen konnten nicht eingreifen, da sie von dem Energiesog sofort in die Tiefe gerissen würden. Und Lia fiel. Sie fiel in eine bodenlose Dunkelheit hinab. Durchdringende Schreie begleiteten sie nach unten.

Sie fiel weich. „Was war denn das? Bin ich jetzt in der anderen Welt angekommen?“, fragte sie sich. Da vernahm sie eine bekannte Stimme. Es war der Drache Keleth! Auch er wurde nach unten gezogen. Doch Drachen haben Feuer. Das ist auch eine mächtige Magie. Und so spie Keleth Feuer in Richtung des Portals, wie noch nie in seinem Leben. Er kämpfte mit der Magie und kam Stück für Stück wieder höher. Lia krallte sich auf seinem Rücken fest.

Am Rand der Schlucht standen alle anderen und sahen entsetzt zu. Keleth kam langsam vorwärts. Er schlug mit seinen Flügeln, spie Feuer und kämpfte bis zur völligen Erschöpfung. Mit letzter Kraft brachte er Lia wieder heil nach oben. Die Freude war unbeschreiblich. Die Kinder weinten vor Erleichterung und die sonst so zurückhaltenden Zentauren schrien ihre Freude laut heraus.

Lia war immer noch ganz blass vor Schreck und Erschöpfung, aber auch sie fing zitternd an zu kichern, dann zu lachen. Dankbar umarmte sie seine Vorderbeine, denn es war das Einzige was sie am großen Keleth packen konnte.

Die Zentauren traten erleichtert zum erschöpften Keleth und klopften ihm anerkennend auf die Schultern. Der Drache richtete sich auf und sprach mit stolzgeschwellter Brust: „Was für ein Glück, dass ich gerade in der Nähe war“. Die Zentauren traten auf ihn zu. „So eine große Schuld werden wir niemals begleichen können, edler Drache“, sprach Elk.

„Nein, das ist doch keine Schuld! Wir sind in der Traumwelt und jeder hilft jedem. Das war nur selbstverständlich und es war mir auch eine Ehre behilflich zu sein. Nun, da ich gerade da bin, kann ich ja die Taue auf die andere Seite fliegen. Wie zu hören ist, hat sich das Portal wieder geschlossen.“ erwiderte Keleth. Überrascht stellten die anderen fest, dass es ihnen vor lauter Aufregung noch gar nicht aufgefallen ist, dass das Grollen aufgehört hatte.

Der junge Drache flog mehrmals über die Schlucht, mit Tauen und auch mit Brettern und von beiden Seiten ging der Bau der neuen Brücke voran. „Wir hoffen, dass Zauberer Garor uns die Brücke mit einem neuen mächtigen Schutzzauber einweiht und wir viele Jahre Freude daran haben werden“, sprach Daikin. Nach mehreren Stunden war die Brücke wieder begehbar, dass man ohne Probleme darüber laufen konnte.

Die Zentauren luden alle zu einem Fest ein. Die Freunde betraten eine Burg, die sie zuvor gar nicht wahrgenommen hatten. Hinter einem mächtigen Felsen thronte sie stolz über der Landschaft hinweg, mit einer Öffnung in ein wunderschönes Tal hinein. Tamo schritt an ihrer Seite und lies seinen Blick schweifen. „Ganz in der Nähe ist ein schöner Teich. Kommt, lass uns noch etwas schwimmen gehen, um uns von dem Schrecken zu erholen.“ lud er sie ein.

Die Kinder waren gleich damit einverstanden. Sie liefen in die Wiese hinein und entdeckten ihn sofort. Das Wasser war ungewöhnlich warm und nahm mehrmals andere Farben an. „Das ist ein magischer Teich. Ihr kennt ja schon den Teich der Gefühle. Hier ist es so ähnlich, denn er hilft uns zu entspannen und neue Kraft zu tanken“ erklärte Daikin.

Sie fühlten beim Schwimmen sofort die Magie. Das Wasser war so wunderbar warm und weich, es fühlte sich alles so schwerelos an und alle Aufregung und Erschöpfung fiel von ihnen ab. „Ach, wie schön“, dachte Sophie. Dann sahen sie am Himmel große Wesen und ihre Begleiter herannahen.

Es waren mehrere Elfen mit ihren Drachen. Keleths Mut hatte sich schnell herumgesprochen und die Elfen kamen, um sich direkt über alles Geschehene zu informieren. Die Zentauren lobten ihn sehr und priesen seine Heldentat. Die Elfen Finnard, Lexandera und Maje waren auch dabei und die Zentauren mussten ihnen versprechen, dass sie bei einem nochmaligen Brückeneinsturz sie zur Hilfe rufen würden.

Danach begrüßten sie die Kinder und gingen später mit ihnen zur Burg zurück. Dort feierten sie noch mehrere Stunden zusammen den guten Ausgang des Abenteuers. Auf dem Rücken der Drachen flogen sie auch dieses Mal wieder zur großen Blumenwiese.

Wie jeden Abend fragte sich Lia: „Kann der Tag morgen noch schöner werden?“.

 

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Einfach Vorlesen und genießen

Auch wenn diese spannende Kindergeschichte etwas aufregender ist, so lädt sie doch ein, die eigene Fantasie und Gedankenwelt schweifen zu lassen. Die Kinder können von großen Heldentaten träumen und auch von der Freundschaft zwischen so vielen unterschiedlichen Wesen, die sich immer wieder unterstützen, ohne nach einer „Belohnung“ zu fragen. Es ist in der Traumwelt eine Selbstverständlichkeit, für den anderen da zu sein.

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